Review: YONAKA – Don’t Wait ‘Til Tomorrow

0

Mit einer Vielzahl an Daten auf ihrer aktuellen Europatournee zelebrieren YONAKA seit November – nämlich ihrem Supportslot vor Bring Me The Horizon – ihr Debütalbum Don’t Wait ‘Til Tomorrow. Die Vorfreude hat sich gelohnt: Selten hat ein Popnewcomer so interessant Metaleinflüsse in modernes Songwriting fließen lassen.

Das erste Lied des Albums ist Bad Company, welches gekonnt stilistisch übliche Woah-oah Gesänge mit sphärischer Gitarrenbegleitung paart und mit einem perfekten Chorus glänzen kann. Dies zeigt sich auch auf den Folgesongs Lose Our Heads und Awake, die das Eingängigkeits-Niveau der CD initial bereits in die Höhe schrauben. Zusätzlich sind dafür grundsätzlich alle Songs im Midtempo angesiedelt und machen sie gleichzeitig tanzbar, sowie pogoinspirierend. Besonders spannend ist die Art und Weise, auf die sich die Newcomer dunkler Elektroniksounds bedienen und diese subtil in ihren breiten Sound einflechten (siehe: Awake). Diese Stärke kann die Band jedoch auch in sanfteren Songs umsetzen: Rockstar kontrastiert das erste Albumdrittel mit einer groovigen Popballade, dessen Gitarren eher im Hintergrund agieren. Wake Up ist radioreif und erinnert an die jüngste Entwicklung von Paramore, Sängerin Theresa Jarvis’ Gesang bietet dem mit Subbässen gespickten Bandsound außerdem eine passende hohe Komponente, weswegen der Mix sehr ausgewogen klingt. Besonders im Titelsong brilliert das Spiel zwischen glasklarer Stimme und starkem staccato Gesang.

Doch was ist der Haken bei Don’t Wait ‘Til Tomorrow? Manche werden sagen, dass die Hitdichte zu groß ist, andere mit Überproduktion argumentieren. Teile ich diese Meinung nicht, könnte es dem Quartett aus Bristol jedoch wirklich gut tun, das eigene Tempo ab und zu noch ein wenig mehr anzukurbeln (siehe Punchbag). Die Frage, die sich stellt ist, wie die Gruppe bereits mit dem ersten Album solch einen bezeichnenden Sound gefunden hat. Die Lösung ist, dass Yonaka schon seit Jahren ihren eigenen Klang im Dunkeln entwickelt haben und nun bereit sind, ihn der Welt zu zeigen. Das Resultat ist eine CD, die durchweg hitwürdig ist und die Elemente der härteren Musik wahnsinnig gekonnt integriert. Für die Zukunft des sich dem Pop öffnenden Rock stellt diese Veröffentlichung eine wichtige Bewegung in die Zukunft dar, den zuletzt Bring Me The Horizon betont haben – ein Zufall aber auch, dass letztere Yonaka für das All Points East Festival in London gebucht haben.

ggdnpjepllkbjlpp

Label: Atlantic Records UK
VÖ: 31.05.2019

Genre: Dark Pop, Alternative Rock, Indie

Vergleichbar:
Vukovi – Vukovi
Paramore – Paramore

Wertung:
12/15

Share.

About Author

Alex Loeb

Comments are closed.