Review: Spielbergs – This Is Not The End

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Tippt man das Wort ,,Spielberg“ in der größten Internet-Suchmaschine ein, stolpert man natürlich über Steven Spielberg, erfolgreichster Hollywood-Regisseur aller Zeiten (gemessen am Einspielergebnis), sowie das gleichnamige österreichische Kaff. Spielbergs aus Oslo haben mit all dem nichts am Hut und begeistern stattdessen durch mitreißenden Indierock.

This Is Not The End nennt sich das Debütalbum des norwegischen Trios, im vergangenen April machte es bereits mit der Debüt-EP Distant Star auf sich aufmerksam. Von den fünf Songs hat es neben dem fantastischen We Are All Going To Die auch der Titeltrack auf den ersten Longplayer der Skandinavier geschafft. Nach dem noch etwas verhaltenen Einstieg Five On It ist es auch gleich Distant Star, das den ersten tollen Refrain auftischt: ,,Now we could be perfect/ You could have made me better/ Now we could be soulmates/ And we could stay together“. Ohrwurm garantiert.

Spielbergs werden bereits als die heißesten Newcomer des Jahres gehandelt, Gründe dafür liefern sie mehr als genug. Ihren Indie lassen sie immer wieder in den Noiserock hineinstolpern und bevor es zu wild wird, schaltet die Band einen Gang runter in den Shoegaze. Das passiert auf This Is Not The End gleich zweimal: Nach dem erwähnten, mannigfaltigen We Are All Going To Die, welches das erste Drittel des Albums abschließt, setzen Spielbergs einen Schnitt und lassen die sechsminütige Ballade Familiar folgen, mit der sie beweisen, dass ihnen auch eine ruhige Seite steht und sie eine packende Atmosphäre inszenieren können. Im ebenfalls ruhigen McDonalds (Please Don’t Fuck Up My Order) erklingt erst nach über vier von siebeneinhalb Minuten Gesang und verschwindet auch wieder so schnell. Die womöglich beste Wirkung des Songs: In einer lauen Sommernacht hören, während man den Sternenhimmel betrachtet.

Das folgende Sleeper schafft es mit Akustikgitarre und zartem Gesang nicht ganz aus dem Trott, während das anschließende 4 AM mit einem im Hintergrund wabernden Synthesizer und melancholischem Indie den eigentlich perfekten Hit abgibt, nur um dann bereits nach der Bridge abrupt zu enden. Aufbruchsstimmung vermittelt dagegen You All Look Like Giants, das über mehrere Minuten auf den finalen Chorus hinarbeitet, in der Bridge Anlauf nimmt und dann endlich seinen Titel offenbart. Empfehlung: Berg besteigen, Song aufdrehen, unsterblich fühlen.

Ach so, unerwähnt geblieben sind bislang Not For Long, das auf den Refrain scheißt und stattdessen zwischen Indie und Noise losrumpelt und auch noch Platz für ein Gitarrensolo findet, sowie das polternde Bad Friend mit absolutem Ohrwurmpotential. Abgeschlossen wird This Is Not The End vom sechsminütigen Forevermore, das noch einmal zwischen laut und leise pendelt und alle Elemente vereint, die Spielbergs vorher angeschnitten haben. Hype gerechtfertigt.

Spielbergs - This Is Not The End - Artwork

Label: By The Time It Gets Dark
VÖ: 01.02.2019

Genre: Indierock, Noiserock, Shoegaze

Vergleichbar:
Cloud Nothings – Here And Nowhere Else
Inheaven - Inheaven

Wertung:
12/15

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Jonathan Schütz

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