Review: Rikas – Showtime

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Mit ihrem Debütalbum Showtime schaffen die Stuttgarter Jungs von Rikas einen Sprung, mitten hinein in ein neues Soundspektrum – ein ganzes Stück weg vom sehr tanzbaren Indie-Pop, der auf ihrer 2018 erschienenen EP Swabian Samba noch sehr viel präsenter war, hin zu sehr viel soul-lastigeren, groovy Pop-Klängen. Mit einer Extraportion Jazzhands natürlich. Also: Get ready for Showtime!

Showtime klingt deutlich anders, als die vorherigen Releases von Rikas – haben Songs wie beispielsweise Tortellini Tuesday oder Lisa noch zum wilden Schwingen aller vorhandenen Tanzbeine aufgefordert, so sind die Songs auf dem Debütalbum der Band größtenteils eher zum lässigen Hin-und-her-Wiegen gemacht. Trotzdem aber sind das Rikas-typische Augenzwinkern und das quasi aus den Gitarrenriffs herausspringende Schmunzeln nicht verloren gegangen.

Für die Aufnahmen des Albums zog die vierköpfige Band (bestehend aus Chris, Ferdinand, Sam und Sasha) in ein kleines Wohn-Studio in Spanien – und ja, manchmal hat man durchaus das Gefühl, dass man Sonne, Eis und Tanzen mit einem kühlen Getränk in der Hand aus den Songs heraushören kann. Birds In The Sky beispielsweise strahlt eine derartige Leichtigkeit aus, dass man sich am liebsten gleich den Vogelschwärmen anschließen und in den Süden hinfort schweben möchte. Songs wie Back In My Life (besonders das Intro) könnten genauso gut das Intro zur Lieblings-Sitcom der Eltern in den 1980er Jahren gewesen sein, Movie überrascht mit dezenten Autotune-Background-Vocals und mit Fanny Pack Party werfen Rikas eine, wie die Süddeutsche Zeitung Ende August schrieb, „Ode an die Bauchtasche“ in den Ring. Auch werden sich all diejenigen, die die Band in der Vergangenheit schonmal live gesehen haben, darüber freuen, Tracks wie My Tired Shoulder nun auch endlich zu Hause in Endlosschleife hören zu können.

Dass die vier Bandmitglieder sich schon seit ihrer Kindheit kennen und zusammen Musik machen, ist live (besonders bei ihren wunderbaren, gemeinsamen Tanzchoreografien) wie auch auf Showtime deutlich spürbar – alles wirkt extrem gut aufeinander abgestimmt, trotzdem aber locker und leichtfüßig. Die Tracks auf dem Album verbindet definitiv ein roter Faden, ohne dass aber an Experimenten und Überraschungen gespart wird. An den veränderten Sound müssen sich vermutlich besonders eingefleischte Indiepop-Fans erstmal gewöhnen – ist das aber passiert, macht das Album einfach wahnsinnig viel Spaß. Ein Release wie Showtime zeigt – sofern man sich darauf einlässt – genau die Art von Weiterentwicklung, die man sich für seine liebsten Bands wünscht.

cover Rikas - Showtime

Label: Sony
VÖ: 25.10.2019

Genre: Alternative, Indie, Pop

Vergleichbar:
Alex Cameron – Forced Witness
Some Sprouts – IMMT (EP)

Wertung:
12/15

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