Review: Pup – Morbid Stuff

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Pup bleiben sich selbst treu und liefern mit Morbid Stuff das dritte fantastische Album hintereinander ab.

Aufgenommen haben die Kanadier den Nachfolger von The Dream Is Over bereits Ende Mai des vergangenen Jahres, erscheinen tut er allerdings erst jetzt, da dem Quartett im vergangenen Herbst eine ausgiebige Europa-Tour als Support für Frank Turner dazwischen gekommen ist. Als hätten Pup geahnt, dass ihnen die teilweise geatmete Konzerthallen-Luft nicht guttue, setzt Morbid Stuff den auf den beiden Vorgängern etablierten Stil konsequent fort. Von dem im Dezember 2015 von seiner Ärztin prognostizierten Stimmbandschaden ist Frontmann Stefan Babcock noch immer nichts anzumerken, stattdessen kreiert er mit seiner Band weiterhin tolle Ohrwürmer zwischen Garage Rock und Punk, Verzweiflung und Hoffnung, was schon die ersten Zeilen im eröffnenden Titeltrack offenbaren: ,,I was bored as fuck/ Sitting around and thinking all this morbid stuff/ Like if anyone I’ve slept with is dead and I got stuck/ On death and dying and obsessive thoughts that won’t let up/ It makes me feel like I’m about to throw up“.

Neu ist hingegen das hinzugewonnene Gespür für polierte Midtempo-Hymnen wie die Single Kids– was absolut positiv gemeint ist. Denn unter den elf Songs finden sich noch immer genug krachende Songs wie Bloody Mary, Kate And Ashleyoder das fünfminütige Scorpion Hill, das nach einem ruhigen Beginn ausbricht, bis zur Bridge herumpoltert und zum Schluss in wunderbar melodischen Gefilden einkehrt. Full Blown Meltdown klingt hingegen wie eine Hardcore-Punk-Variante von Mutoid Man und wie der Musik gewordene Nervenzusammenbruch. Morbid Stuff eben. Bitterböse und zugleich humorvoll tischt Babcock dagegen in See You At Your Funeral auf: ,,I hope somehow I never see you again/ Or if I do it’s at your funeral or better yet/ I hope the world explodes/ I hope that we all die/ We can watch the highlights in hell/ I hope they’re televised“. Während Pup noch nie so heavy geklungen haben wie im bereits erwähnten Full Blown Meltdown, vertritt die erste Hälfte vom finalen Citydie Opposition, bevor der Song im zweiten Abschnitt erstaunlich düster wird, die Gitarre kurz vorm Exitus steht und das lyrische Ich am Schluss aufgibt: ,,Don’t wanna love you anymore/ But I can’t help it“. Unsere Liebe zu Pup ist hingegen gewollt – und wird mit jedem Album nur noch stärker.

FrontCover

Label: BMG/Warner
VÖ: 05.04.2019

Genre: Punkrock, Garage Rock, Emo

Vergleichbar:
Fidlar – Too
Tiny Moving Parts - Swell

Wertung:
12/15

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Jonathan Schütz

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