Review: Press Club – Wasted Energy

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Die Formel ,,australische Band plus endlos viele Ideen ergibt endlos viele Alben“ haben aktuell noch King Gizzard & The Lizard Wizard gepachtet, doch Press Club scheinen ihnen Konkurrenz machen zu wollen: Wasted Energy ist das bereits zweite Album in diesem Jahr und der Nachfolger ist bereits in Planung.

Dass Press Club auf dem europäischen Markt 2019 gleich zwei Alben veröffentlichen, liegt allerdings daran, dass das Debütalbum Late Teens (ursprünglicher Release: März 2018) dort erst vergangenen Januar veröffentlicht worden ist. Aber ganz egal, ob zwischen Debüt und Nachfolger sieben oder 17 Monate liegen: Diese Band hat einen Lauf. Überzeugte Late Teens vor allem durch Natalie Fosters gewaltige Stimme und die Vertonung spätjugendlicher Probleme, geht Wasted Energy einen Schritt weiter. Das fängt schon bei der Produktion an: Übersteuerte Fosters Stimme auf dem Debüt nahezu bei jedem Song, wirkt die immer noch rohe Produktion nun deutlich differenzierter und ausgefeilter. Und wenn es sein muss, singt Foster wie in I’m In Hell auch einfach mal alle Instrumente an die Wand. Zudem wirkt Wasted Energy ein ganzes Stück melodiöser, was dafür sorgt, dass nahezu jeder der zwölf Songs sich irgendwo in den Gehörgängen festsetzt.

Thematisch dreht sich noch immer vieles um spätjugendliche Probleme, der Anstrich ist dagegen ein anderer. Foster verpackt ihre Selbstzweifel wie im Opener Separate Houses noch deutlicher (,,I keep on pretending that I‘m getting better“), nur um später in der Single Get Better dagegen anzukämpfen: ,,This has to all get better/ We have to all get better“. Explizit wird sie dagegen in Behave, wenn sie das veraltete Rollenbild der Frau kritisiert und wenn sie im anschließenden Hardcore-Punk-Kracher New Years Eve Angstzustände thematisiert. Zusammengehalten wird das Album von einer solchen Dringlichkeit, dass man gar nicht anders kann, als lautstark mitzusingen und bei Fosters Katharsis-Übung mitzumachen. Das funktioniert besonders an trüben Regentagen, seine Sprengkraft als Punk-Album des Jahres besitzt Wasted Energy dagegen wetterübergreifend.

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Label: Hassle
VÖ: 16.08.2019

Genre: Punkrock

Vergleichbar:
The Distillers – Coral Fang
Pup – Morbid Stuff

Wertung:
14/15

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Jonathan Schütz

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