Review: Muncie Girls – Fixed Ideals

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Muncie Girls machen mit ihrem zweiten Album “Fixed Ideals“ genau dort weiter, wo sie 2016 mit ihrem tollen Debüt “From Caplan To Belsize“ begonnen hatten. Das Ergebnis sind 13 tolle Songs zwischen Pop-Punk und Indierock, die im direkten Vergleich zum Vorgänger vor allem eins sind: Konsequenter.

“Fixed Ideals“ ist in jeder Hinsicht das perfekte zweite Album: Statt zehn gibt es nun drei Songs mehr, die Produktion ist einwandfrei und das ohnehin schon starke Songwriting des britischen Trios kann nun als makellos bezeichnet werden. Neben der tollen Stimme von Frontfrau und Bassistin Lande Hekt – die gekonnt auf einem Draht zwischen Nervenzusammenbruch und Zuckerwatte-Euphorie wandelt, um am Ende immer die Hoffnung und Freude siegen zu lassen – steht auf dem Album vor allem das Schlagzeugspiel von Drummer Luke Ellis im Vordergrund. Dieser schafft es, die ruhigen Songs mit seinem unaufgeregten Spiel zu tragen, aber auch die Leichtfüßigkeit von eingängigem Pop-Punk auf ein neues Level zu setzen, wenn seine Band zum liebevollen Pogen animieren möchte. Einer der Songs, zu dem man wunderbar durch die Gegend hüpfen kann, ist die Vorabsingle “Picture Of Health“, die mit ihrem wunderbar aufgebauten Ohrwurm-Refrain in jede Indie-Disco mit Qualität gehört und in der ruhigen Bridge auch genug Zeit zum Durchatmen lässt.

Diese gönnen sich die Muncie Girls selbst in der Mitte der Platte mit den aufeinanderfolgenden Songs “Falling Down“, “Isn’t Life Funny“ sowie “Bubble Bath“ (mit eingespielten Blubber-Geräuschen!). Der erstgenannte ist dabei auch der beste des Trios, dank des rührenden Textes über Niederschläge, wiedergewonnenes Vertrauen und verschwendete Zeit. Bevor sich die Band aber so richtig in ruhigeren Indie-Sphären festsetzt, kippt sie mit dem lauten “Fig Tree“ und dem kurzen Knüller “Locked Up“ die Waage wieder auf die rockige und punkige Seite. “Hangovers“ bietet sogar ganz neue Klänge für die Band mit dem Einsatz einer Akustikgitarre sowie eines Pianos. Weil das Trio den Track nicht unnötig in die Länge zieht, gelingt auch das außerordentlich gut. Nach zwölf Songs für den perfekten Soundtrack des allerbesten Films übers Erwachsenwerden klingen Muncie Girls im finalen “Family Of Four“ gelöst und befreiend und lassen die Platte mit einem Fadeout ausklingen. Wir starten das Album lieber wieder von vorne. Natürlich auf voller Lautstärke.

Muncie Girls - Fixed Ideals - Artwork

Label: Specialist Subject
VÖ: 31.08.2018

Genre: Pop-Punk, Indierock

Vergleichbar:
Courtney Barnett – “Tell Me How You Really Feel“
Jimmy Eat World – “Bleed American“

Wertung: 13/15

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Jonathan Schütz

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