Review: Milliarden – Berlin

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Milliarden setzen ihrer Heimat Berlin mit einem gleichnamigen Album ein Denkmal, das musikalisch äußerst ernüchternd ausfällt.

2014 machten Sänger und Gitarrist Ben Hartmann und Pianist Johannes Aue mit ihrer Debüt-EP “Kokain und Himbeereis“ erstmals auf sich aufmerksam. Ihr unverkrampftes Songwriting und beschwingte Texte über das Leben als Mittzwanziger fanden nicht nur schnell Anklang, sondern zeichneten auch das 2016 veröffentlichte Debütalbum “Betrüger“ aus. Auf den folgenden Konzerten ging es dank vereinzelt treibenden und punkigen Songs auch mal etwas wilder zur Sache – was nun ein Ende hat. “Berlin“, das zweite Album der Band, setzt vermehrt auf Indiepop und weniger mitreißende Texte.

Über 14 Songs – davon drei Interludes – machen Milliarden größtenteils Einbahnstraßenmusik für musikalisch desorientierte Mauerblümchen. Käsig-kitschig wird es in “Ultraschall“, das von Schwangerschaft, Abtreibung und Geburt handelt. Mitreißend wird es dagegen im kurz darauffolgenden “Über die Kante“, welches das Potenzial zum Sommerhit des Jahres besitzt. “JaJaJa“ besitzt als einziger Song so etwas wie eine Punk-Attitüde, inklusive schiefem Gitarrensolo. Die “Marie“ von “Betrüger“ hat sich zur “Rosemarie“ gewandelt und der vorab veröffentlichte Titeltrack funktionieren am besten als sommerliche, verspielte Indiepop-Nummer. Mit “Ich vermiss dich“ klingt das Album mit einer berührenden und ehrlichen Klavierballade aus, die das vorher ausgelöste Wohlbefinden zersetzt. Wie im echten Leben.

milliarden_berlin_albumcover

Label: Vertigo
VÖ: 01.06.2018

Genre: Indierock, Pop

Vergleichbar:
Neufundland – “Wir werden niemals fertig sein“
AnnenMayKantereit – “Alles nix Konkretes“

Wertungen:
Lyrik 8/15
Produktion 9/15
Songwriting 6/15
Spannungsbogen 7/15
Suchtfaktor 7/15

Gesamtwertung: 7/15

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Jonathan Schütz

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