Review: Fever 333 – Strength In Numb333rs

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Fever 333 um den ehemaligen Letlive-Frontmann Jason Aalon Butler führen auf ihrem Debütalbum Strength In Numb333rs das fort, was sie im vergangenen Jahr mit ihrer Debüt-EP Made An America losgetreten hatten.

Kurzer Sprung zurück ins Jahr 2017: Am Amerikanischen Unabhängigkeitstag (04. Juli) und somit kaum mehr als zwei Monate nach der Auflösung von Letlive feiern Fever 333 – damals noch mit einem ,,The” im Titel – ihre Gründung auf dem Parkplatz von Randy’s Donuts in Inglewood, Kalifornien. In den kommenden Monaten folgen die Veröffentlichungen der Songs We’re Coming In, Walking In My Shoes sowie Hunting Season, die im März des vergangenen Jahres mit vier weiteren Stücken auf der überraschend veröffentlichten EP Made An America zu finden sind. Auf dieser präsentiert sich das Trio als spannendste Crossover-Band seit Langem, weil es in erster Linie nicht alten Vorbildern der Rap-Rock-Mischung huldigt, sondern ein zeitgemäßes Update des Genres präsentiert, welches zu gleichen Anteilen aus Hardcore, Rap und Trap besteht. Strength In Numb333rs spinnt diesen Gedanken konsequent weiter.

Fever 333 bezeichnen ihre Konzerte nicht als diese, sondern als ,,Demonstrations”. Der Einstieg des Albums erfolgt mit dem Intro als inszenierte Demonstration, eine Moderatorin spricht von der Veränderung der Menschheit, während Aalon Butler zum Schluss die Marschroute vorgibt und das Revolutionsfeuer entzündet: ,,There’s a motherfucking fever coming!” Dem Sänger nimmt man diese Worte aufgrund seines hohen Charismas sofort ab und als Sohn einer Schottin und eines afroamerikanischen Soulsängers könnte es keinen besseren Leader für die politischen Anliegen von Fever 333 geben. Die tauchen die US-Amerikaner wie schon auf Made An America in zeitgemäßen Crossover, dem ab und an die Popsau durchgeht. Ihren Hang zur Trinität verdeutlichen Fever 333 mit drei zentralen Stücken: Prey For Me/3, Inglewood/3 und Out Of Control/3. Das Song-Trio besteht jeweils aus zwei einzelnen Songs, die drei 3-Hälften zensieren die vorherige Hälfte. Prey For Me/3 zerstört in seiner zweiten Hälfte endgültig das Stadion, dessen Rock-Gefilde die Band im vorherigen Animal betreten hat. Inglewood/3 eröffnet die zweite Hälfte des Albums und stellt nach einer atemlosen ersten Hälfte die wohl benötigte Ruhepause dar, driftet jedoch in leicht kitschige Gefilde ab, wenn Aalon Butler seine eigene Lebensgeschichte vertont. Die Ausartung der Ballade gen Ende in harte Töne wirkt da doch arg konstruiert.

Viel besser funktionieren dagegen Songs wie One Of Us und The Innocent, welche die Kernelemente von Fever 333 auf den Punkt bringen und zeigen, dass Crossover auch 2019 noch sehr gut funktionieren kann. Das finale Coup D’etalk schwenkt am Ende wieder zur Demonstration zurück, mit der alles begann. Aalon Butler bedankt sich zufrieden bei den jubelnden Massen und spricht den vielleicht revolutionärsten Gedanken aus: ,,All power to all people.” Politischer war Crossover seit Rage Against The Machine nicht mehr.

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Label: Roadrunner Records
VÖ: 18.01.2019

Genre: Crossover

Vergleichbar:
Rage Against The Machine – Rage Against The Machine
Letlive - The Blackest Beautiful

Wertung:
12/15

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Jonathan Schütz

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