Review: Drip-Fed – Drip-Fed

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Fans von Fucked Up und Clowns aufgepasst: Mit Drip-Fed steht eine neue Lieblingsband in den Startlöchern.

Der Name der fünfköpfigen texanischen Hardcore-Band heißt übersetzt so viel wie ,,Tropfnahrung“, den wilden Hardcore-Punk’n’Roll möchte man sich dagegen gleich spritzen lassen. Schon der Opener “Tell Me Off“ ist mit höchster Suchtgefahr versehen und erinnert mit seinem bluesigen Midtempo-Hardcore und der verspielten Rock’n’Roll-Gitarre an die Australier Pagan und deren Hit “Death Before Disco“. Drip-Fed sind zudem äußerst Refrain-orientiert und bleiben so in den Gehörgängen kleben, nur um im nächsten Augenblick wieder die Abrissbirne zu schwingen. Passenderweise schreit Frontmann Jeffrey Blum in “Tell Me Off“ dann ,,Get out of my way ‘cause I’m moving like a wrecking ball“, was perfekt zur Fuck-it-Attitüde der Band passt. Obwohl Blum sehr persönliche Themen verarbeitet, schwingt fast immer eine Prise Absurdität und positive Einstellung mit, was “Drip-Fed“ glücklicherweise nicht ganz bierernst macht.

Lediglich in “Pez“, das langsam mit Klargesang und einer Akustikgitarre beginnt, wirkt Blum verzweifelt, wenn er darum fleht, Drogen zu bekommen, weil er die Hoffnung aufgegeben hat und pleite ist. Sowohl “Profit Of God“ als auch “Phone Tag“ wechseln zwischen Midtempo-Passagen, in denen Blum phasenweise gelangweilt wirkt, und einer rasanten Hardcore-Abfahrt. Den einzigen wirklichen Breakdown der Platte gibt es in “Live And Die In The City“, in der kurzen Hardcore’n’Roll-Dampfwalze “Meat“ eifert Blum Knocked Loose-Frontmann Bryan Garris mit ähnlichem Gebell nach. Der aufgedrehteste Song des Debüts ist das hibbelige “Electric Kool-Aid“, in dem die Band so aufgedreht wie ein Kind im Bällebad agiert und nach einem kurzen Break das Tempo noch einmal anzieht. Das melancholisch losrollende Finale “Intwertine“ erinnert ab dem vollen Bandeinsatz an eine fröhliche Version von Touché Amoré und ist eine Liebeshymne an die Freundschaft: ,,Tarred and feathered/ Intact but battered/ Keep it together/ You know how it goes/ Find some shelter/ Supplies are scattered/ Wait out the weather and feed off a host“. Was die sechs Menschen auf dem Albumcover bereits geschafft haben.

Drip-Fed - Drip-Fed - Artwork

Label: I Corrupt Records
VÖ: 26.10.2018

Genre: Hardcore, Punk, Rock’n‘Roll

Vergleichbar:
Fucked Up – “David Comes To Life“
Clowns – “Lucid Again“

Wertung: 13/15

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Jonathan Schütz

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