Review: Doe – Grow Into It

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Doe klingen auf ihrem zweiten Album so, als hätten Muncie Girls Nachhilfestunden bei Weezer genommen.

Mit ihrem Debüt “Some Things Last Longer Than You“ spielten sich die Londoner 2016 in die Herzen von Indierock-Fans, anno 2018 hat sich das Trio Garage-Rock-Liebhaber vorgenommen. Und so rumpelt der Opener “My Friends“ sehr verhalten los, nimmt aber spätestens ab dem zweiten Refrain Fahrt auf und lässt mit dem doppelten Gesang von Gitarristin Nicola Leel und Gitarrist Dean Smithers das größte Markenzeichen der Band erkennen. Ergänzt wird das Duo von Schlagzeuger Jake Popyura – einen Bass gibt es nicht. Deshalb klingt der Indierock von Doe vermehrt nach den frühen Weezer, insbesondere in “Team Spirit“, wenn Leel von ihrer Familie singt und erzählt, dass diese für sie den ruhigen Anker darstellt, den sie in schwierigen Zeiten auswerfen kann. In “Motivates Me“ wirkt die Frontfrau gelangweilt, wenn sie immer wieder ,,I’m running“ singt.

Wiederholungen scheinen es Doe sowieso angetan zu haben: In “Heated“ wird der Songtitel so lange wiederholt, bis man glaubt, selbst erhitzt zu sein. “Grow Into It“ gibt mit seinem Namen die Devise des Albums vor. Wie auch schon beim zwei Jahre alten Debüt brauchen die Briten etwas Anlaufzeit, um ihre Musik entfalten zu lassen. Deshalb finden sich die Hits der Platte in der Mitte der Tracklist, während die drei finalen Songs “Even Fiction“, “Cathy“ sowie “Here In The Dirt“ danach etwas abfallen. Am besten sind Doe sowieso, wenn sie wie in “One At A Time“ den Hörer fordern und vor dem Einschlafen retten: Der Song beginnt mit dem rauschenden Ausklang des vorherigen “Labour Like I Do“, grabscht kurz nach der Akustikgitarre, wirft diese in die Garage und pendelt sich nach einem Tempowechsel in Midtempo-Geschwindigkeit ein. Mit diesem Tempo kommen Doe am Ende sicher ins Ziel, ohne geblitzt zu werden.

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Label: Big Scary Monsters
VÖ: 28.09.2018

Genre: Garage Rock, Indierock

Vergleichbar:
Weezer – “Weezer“
Muncie Girls – “From Caplan To Belsize“

Wertung: 10/15

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Jonathan Schütz

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