Review: The Dirty Nil – Master Volume

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Es ist zweieinhalb Jahre her, dass The Dirty Nil mit ihrem Debüt “Higher Power“ die halbe Rockwelt auf den Kopf gestellt haben. Für die Kanadier ist seitdem viel passiert: Hohe Platzierungen in den Jahresbestenlisten und zahlreiche Shows im Vorprogramm von Billy Talent in den größten hiesigen Konzerthallen. Wer denkt, das wäre dem zweiten Album “Master Volume“ anzumerken, irrt sich gewaltig.

Kam “Higher Power“ noch bei elf Songs in 26 Minuten über die Ziellinie, braucht der Nachfolger bei nur zehn Songs fünf Minuten mehr. Das liegt zum einen daran, dass unter zwei Minuten gar nichts geht und mit “Evil Side“ ein Sechsminüter die Platte beendet. Der finale Track lässt die ganze Melancholie – die im vorherigen “I Don’t Want That Phone Call“, das sich an alle Menschen mit Drogenproblemen richtet, noch in beschwingten Rock’n’Roll verpackt war – in der ersten Hälfte komplett entfalten, um diese anschließend zu überwinden und das Album mit einem Instrumental-Garagen-Feuerwerk zu beenden. Vorher geht es aber schon ähnlich feurig zur Sache.

Der Opener “That’s What Heaven Feels Like“ vermittelt direkt das Gefühl des Debüts, anstelle von ungebändigter Energie aber zunächst mit jugendlicher Verträumtheit. Das folgende “Bathed In Light“ dreht das jedoch direkt um und spätestens beim vierten Song “Please, Please Me“ gibt es kein Halten mehr, wenn das Trio das Tempo rapide anzieht. “Auf Wiedersehen“ ist eine klassische Rock’n’Roll-Ballade, warum Gitarrist Luke Bentham sich auf Deutsch verabschiedet, bleibt jedoch unklar. Während “Always High“ etwas die Wucht fehlt, zeichnet diese “Smoking Is Magic“, den zweiten Song übers Rauchen, aus. “Master Volume“ wird seinem Titel nicht ganz gerecht, stillt aber trotz des fehlenden Überraschungsmoments und der nicht ganz gewährleisteten Hitdichte das Verlangen nach neuen Garage’n’Roll-Reißern. “Gimme some more!“

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Label: Dine Alone
VÖ: 14.09.2018

Genre: Rock’n’Roll, Garage Rock

Vergleichbar:
Weezer – “Pinkerton“
The Longshot – “Love Is For Losers“

Wertung: 11/15

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Jonathan Schütz

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