Review: City Kids Feel The Beat – “Cheeky Heart”

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Pop-Punk aus Ulm, der es eher auf das Herz als das Hirn abgesehen hat.

Tiefschürfende neue Erkenntnisse oder lyrische Denksportaufgaben hält City Kids Feel The Beats’ Debüt nicht bereit, dafür eine Reise zurück in die wohl turbulenteste Zeit des Lebens: Die Pubertät. Die Songs auf “Cheeky Heart”, dem die zwei EPs “Kids” (2015) und “Stories” (2017) voraus gingen, handeln von der unglücklichen Liebe zu einem Mädchen, das man vergessen will, aber nicht kann, dem Beschreiben katastrophaler Dates, bei dem die potentielle Geliebte wahlweise zu viel Zeit mit dem Handy oder mit Reden verbringt oder vom Leben, von dem man sich nicht unter kriegen lassen soll, selbst wenn es einem mit voller Kraft ins Gesicht schlägt. Daraus resultieren Zeilen wie „Life is a bitch/ But she’s fucking hot“ oder „I thought she was a nine/ But i wasted my time“, die plakativ und peinlich aber gerade deshalb authentisch sind, weil sie so aus dem Mund eines von Hormonen verwirrten Jugendlichen stammen könnten.

Dazu spielt das Quintett Pop-Punk, der sich bei den verschiedenen Spielarten des Genres bedient: Zum Opener und Titeltrack sieht man eine Szene aus einem fiktiven “American Pie”-Film vor dem inneren Auge ablaufen, in der sich eine Horde Halbstarker mit Papas Autos auf dem Weg zur Strandparty macht und ein Übermütiger im jugendlichen Leichtsinn den Kopf aus dem Fenster reckt und dem verstört dreinblickenden Rentnerpaar ein freches „Nanana“ entgegen ruft. “What I Can’t Get” badet im Neck Deep-Herzschmerz, “Rewrite” hätte perfekt auf das aktuelle Album von Insert Coin gepasst und “Balls Of Dragons” gönnt sich ein Sum 41-Metal-Riff. Mitreißend ja, viel hängen bleibt davon auf Dauer nicht. Besser, weil nachhaltiger, gelingt das sehnsüchtige “Coming Home”, dem ein einfaches „I can not wait/ I’m missing you/ Hope that you/ Still miss me too“ reicht, um das Gefühl des Vermissens greifbar zu machen und sich ins Herz zu brennen. Mehr von diesen Momenten hätten City Kids Feel The Beat gut getan, die oft nur einen Funken erzeugen, der zu schnell wieder erlischt.

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Label: Uncle M Music
VÖ: 26.10.2018

Genre: Pop-Punk, Skatepunk

Vergleichbar:
Flash Forward – “Revolt“
New Found Glory – “Sticks And Stones“

Wertung: 9/15

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