Review: Bullet For My Valentine – Gravity

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Nach fünf Alben ist es für Bullet For My Valentine an der Zeit, ihren vom Thrash Metal geschwängerten Metalcore neu zu erfinden.

Die Geschichte von “Gravity“ reicht bis in das Jahr 2016 zurück. Anfang November veröffentlichten die Waliser den Song “Don’t Need You“, welcher bereits damals als erster Vorbote für den Nachfolger des 2015 erschienenen “Venom“ fungiert. 19 Monate später erscheint die dazugehörige Platte und zahlreiche Fans werden aufgrund des neuen Sounds des Quartetts aufschrecken. Ihre Melodiösität haben Bullet For My Valentine komplett eingestampft, stattdessen gilt die Devise ,,Stumpf ist Trumpf“. Dass das kein Schuss nach hinten ist, sondern ausgesprochen gut funktioniert, hat diverse Gründe. Allen voran ist “Gravity“ ein gigantischer Metalcore-Blockbuster, der extradick produziert ist. Nahezu jeder Song ist in weitläufige Streicherlandschaften gebettet und Frontmann Matthew Tuck klang nie so gut wie auf dieser Platte.

Für Schlagzeuger Jason Bowld, der bereits seit mehreren Jahren Gründungsmitglied Michael Thomas vertreten hat und seit dem vergangenen Jahr fest zur Band gehört, ist “Gravity“ das erste Werk mit seinen neuen Kollegen. Dieses beginnt mit “Leap Of Faith“ wuchtig. Der Song zeigt unmissverständlich die Marschrichtung für die folgenden zehn Songs auf: Auf ruhige und atmosphärische Strophen folgen laute und epische Refrains, die wie gemacht für die großen Festivalbühnen sind. Der metallische Gitarrensound gleicht einer Eisenfabrik und ist schon fast als Djent zu bezeichnen. Zudem beweisen Bullet For My Valentine gleich mehrfach Mut: Auf das hymnische “Not Dead Yet“, dessen Refrain mindestens einmal zu oft wiederholt wird, folgt mit “The Very Last Time“ eine Ballade, die zunächst von Samples getragen wird. Dieses Experiment gelingt jedoch erst beim finalen “Breathe Underwater“. Die melancholische Akustikballade handelt vom Vermissen und von Verzweiflung und gelingt trotz leicht überhandnehmender Dramatik sehr. So nackt und ehrlich hat man diese Band noch nicht erlebt. Metalcore ist tot, es lebe Metalcore!

BFMV_Gravity

Label: Spinefarm
VÖ: 29.06.2018

Genre: Metalcore

Vergleichbar:
Trivium – “The Sin And The Sentence“
Of Mice & Men – “Defy“

Wertung: 10/15

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Jonathan Schütz

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