Livereview: Press Club + Support, Sonic Ballroom Köln, 11.09.2019

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Aktuell scheint es in Australien vor interessanten Gitarrenbands zu wimmeln. Press Club stechen aus der Massne heraus, ihr stürmischer Punkrock zwischen At The Drive-In und Japandroids begeistert besonders live.

Snareset

Bevor das Quartett vom anderen Ende der Welt die Bühne des ausverkauften Sonic Ballrooms betritt, spielen Snareset aus Greven ein gut halbstündiges Set. Ihre Songs zwischen kurzweiligem Pop-Punk und Melodycore à la Millencolin kommen nicht nur beim Publikum, sondern auch bei Press-Club-Gitarrist Greg Rietwyk und Bassist Rufio MacRae gut an, die sich das Trio aus nächster Nähe anschauen.

Press Club #2

Gegen 22 Uhr erklingen die ersten Töne von Separate Houses, dem Opener von Press Clubs aktuellem Album Wasted Energy (2019)der repräsentativ für den Sound der Band steht: stürmischer Indie-Punk trifft auf Eingängigkeit und Natalie Fosters kraftvolle wie wandelbare Stimme, mit der sie kluge Zeilen, beispielsweise über Selbstzweifel formuliert, und dabei genau den richtigen Ton trifft: „I keep on pretending that I‘m getting better“. Es dauert zwei, drei Songs, bis sich die Energie, die von der Band, allen voran ihrer Sängerin ausgeht, auf das Publikum überträgt. Wie wild tigert sie über die Bühne, wirft sich den Leuten vor die Füße, schaut ihnen durchdringend in die Augen und sucht sich während Headwreck einen zwei Meter Hünen raus, dem sie mit ihrem Finger auf die Brust tippt, ein paar Meter durch die Menge schiebt und eindringlich entgegen schreit: „Don’t be that guy“. Intensiv ist das perfekte Wort, um den Auftritt der Band zu beschreiben, der nach einer Stunde Spielzeit und 14 Songs (50% Late Teens, 50% Wasted Energy) viel zu früh mit der grandiosen Vorort-Hymne Suburbia endetzu der dann nochmal alle gemeinsam ihre Fäuste in die Luft recken und „I left my heart in the suburbs“ brüllen. Währenddessen klettert Foster auf die Theke, umkurvt Biergläser und landet wenige Sekunden später mit einem eleganten Sprung auf dem Boden des Sonic Ballrooms.

Press Club #1

Um 23 Uhr gehen die Lichter an und circa. 100 Menschen mit der Gewissheit nach Hause eine umwerfende Show einer der momentan spannendsten Punkrock-Bands gesehen zu haben. Press Club haben ihr Ziel erreicht: die schlechten Emotionen, die sie in ihren Songs verarbeiten auf der Bühne in positive zu verwandeln.

© Fotos von Jonathan Schütz

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