Livereview: Pabst + Support, Schon Schön Mainz, 07.09.2018

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Mit den Berlinern Pabst macht sich gerade ein Trio daran, den Grunge wieder aufleben zu lassen. In ihrem Stil vereinen sie zudem noch Indie, Psychedelic und Fuzz. Deutlich monotoner gestaltet sich dagegen der Post-Punk von The Lumes, die Pabst aktuell auf der ersten Hälfte ihrer Tournee supporten.

Lumes

Bei der Rotterdamer Formation handelt es sich ebenfalls um ein Trio, im Gegensatz zu Pabst steht die Veröffentlichung des Debütalbums jedoch noch aus. Dafür präsentiert die Band Stücke ihrer bislang zwei erschienenen EPs “Lust“ sowie “Envy“. Besonderes Merkmal der Musik ist der hallende Gesang von Gitarrist Maxime Prins, der daher noch nicht einmal einer Sprache zuzuordnen ist. Die englischsprachigen Stücke folgen jedoch dem immer gleichen Schema: Schlagzeug und Bass setzen zum Marathonlauf an und werden vereinzelt vom Gesang unterstützt, während die Gitarre scheinbar gegen diesen Sound rebelliert, weswegen es wirkt, als würden die Musiker teilweise gegen- anstatt miteinander spielen. Ein interessantes Konzept, das nach einer guten halben Stunde etwas nervenaufreibend wirkt.

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Pabst eilt bereits seit ihrer 2016 veröffentlichten Debüt-EP “Skinwalker“ der Ruf voraus, zu den spannendsten alternativen Newcomer-Bands aus Deutschland zu gehören. Dies haben sie mit dem im Juli erschienenen Debütalbum “Chlorine“ bestätigt. Für die festgefahrenen Genre-Gesetzeshüter dürfte das Trio ein helles Erschrecken ausgelöst haben. Die Band um Frontmann Erik Heise kleidet sich ungemein unkonventionell, färbt sich auch mal die Haare orange oder grün, quatscht mit Berliner Akzent und kann sich nicht zwischen eingängigen Refrains und psychedelischen Noise-Elementen entscheiden. Das macht die Musik von Pabst gerade so spannend – die Band scheint Hits am Fließband zu produzieren und lässt in der knappen Stunde ihres Auftritts kaum etwas aus. Ansagen gibt es wie schon bei The Lumes so gut wie keine, stattdessen lässt die Band ihren Auftritt für sich sprechen.

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Ein Hingucker der Show sind die Retro-Kabel, die Heise und Bassist Tilman Kettner von ihren Instrumenten in die Effektpedale geschlossen haben. Die sorgen für einen druckvollen und klaren Sound, insbesondere im Song “Skinwalker“, der das reguläre Set beschließt und zu dem erstmals der Ansatz eines Moshpits entsteht. Pabst begeben sich anschließend in die Fotobox, um eine Erinnerung an den Abend festzuhalten. Dieser wird auch den circa 50 Konzertbesuchern in guter Erinnerung bleiben, denn mit “Ghetto Supastar“ folgt als Zugabe eine krachende Neuinterpretation des gleichnamigen HipHop-Hits von 1998. Danach ist Schluss und das sympathische Trio stellt sich am Merchandise-Stand den Fragen seiner Jünger.

© Fotos von Joshua Lehmann

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Jonathan Schütz

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  1. Pingback: Interview mit Pabst - Shout Loud Magazin

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