Livereview: Kakkmaddafakka + Support, Wiesbaden, 12.04.2016

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Kakkmaddafakka besitzen nicht nur einen eigenartigen Namen, auch ihre Musik dürfte nicht jedermanns Sache sein. Die 2004 gegründete Band vereint in ihrer Musik Rock, Rap, Disco und Pop. In Deutschland besitzt die Indie-Pop Gruppe eine große Fangemeinde. Doch können Kakkmaddafakka ihre Fans auch live begeistern?

Es war bereits fast 20 Uhr, als sich der Schlachthof in Wiesbaden stärker zu füllen begann. Die 1.800 Zuschauer fassende Halle ist an diesem Abend etwas verkleinert worden, um nicht wie eine nur halb gefüllte Halle auszusehen, was sonst der Fall gewesen wäre. Geschätzte 1.000 Besucher machten sich am Dienstag auf den Weg in die Hauptstadt Hessens, um sich die norwegische Band Kakkmaddafakka anzusehen. Zunächst musste das Publikum, das aus mehr Frauen als Männern bestand, mit der Indie-Band Satellite Stories Vorlieb nehmen.

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Um Punkt 20 Uhr betraten die vier blonden Musiker die Bühne. Ab der ersten Sekunde strahlten die Finnen eine sehr gute Bühnenpräsenz aus und schafften es sofort, das Publikum zum Mitklatschen, Tanzen und Springen zu animieren. Sänger Esa Mankinen konnte dabei mit ein paar Kenntnissen der deutschen Sprache überzeugen. Satellite Stories legten über 30 Minuten einen durchweg sympathischen Auftritt hin, der teilweise elektronisch verstärkt war. Bassist Jyri Pesonen haute bei manchen Songs mit normalen Schlagzeugstöcken auf ein Drum Pad ein und ab und zu konnte man auch Blasinstrumente vom Band vernehmen. Während dem Set der 2008 gegründeten Band breitete sich noch der Geruch von Parfum anstatt Bier oder Schweiß aus. Doch das sollte sich im Laufe des Abends noch ändern…

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Nach einer dreißigminütigen Umbaupause erlosch um 21 Uhr die Hallenbeleuchtung und nachdem die Champions League Hymne erklungen war, enterten die sechs Bandmitglieder von Kakkmaddafakka nacheinander die Bühne. Ein durchweg gut gelauntes Publikum begann mit dem ersten Song, ’’Touching’’ aus dem 2011 erschienenen Album ’’Hest’’, zu Tanzen, zu Springen, zu Klatschen und zu Lachen. Nachdem mit ’’Language’’ auch ein erster Song aus dem neuesten Studioalbum der Band namens ’’KMF’’, welches am 01.04. dieses Jahres erschienen ist, gespielt wurde, richtete Frontmann Axel Vindenes zum ersten Mal sein Wort an das Publikum. Im Dialog mit diesem erzählte er in den folgenden 90 Minuten vom Sauna-Erlebnis in Wiesbaden, dankte den Fans für ihre Unterstützung oder ging auf die unterschiedlichen Geschlechter im Publikum ein und ließ diese gegeneinander singen.

Kakkmaddafakka spielten sich an diesem Abend durch alle drei bisher erschienenen Studioalben, wobei der Fokus ganz klar auf dem neuesten Werk ’’KMF’’ lag, von dem insgesamt acht Songs vorgetragen wurden. Doch am lautesten gefeiert wurden alte Hits wie ’’Is She’’, ’’Your Girl’’ oder ’’Restless’’. Als sich nach einer guten halben Stunde der erste Crowdsurfer des Abends blicken ließ, konnte man bereits erahnen, dass sich demnächst im Publikum etwas abspielen würde, was man so vorher nicht erwartet hätte. Und dann passierte es. Nach der Hälfte des Konzertes bildete sich zu ’’Heidelberg’’, einem reinen Instrumentalsong, ein Moshpit! Die in diesem Moment entstandene Energie wurde prompt auf die Bühne übertragen, was Sänger Axel Vindenes dazu veranlasste, sein T-Shirt auszuziehen. Im Verlauf des Konzertes bildeten sich immer wieder Pogo tanzende Mengen.

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Auch die Bandmitglieder selbst tanzten, wenn es denn möglich war, zu ihrer stets heiteren und fröhlichen Musik. Für die begeisterndsten Tanzeinlagen sorgte Gitarrist und zweiter Sänger Pål Vindenes, Bruder von Frontmann Axel. Kakkmaddafakka funktionieren nur als Sextett, die Menge fokussierte sich auf kein bestimmtes Bandmitglied. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Bassist Stian Sævig, Klavierkünstler Emin Kittelsen und Percussionist Lars Helmik Raaheim-Oslen den Backgroundgesang übernehmen. Der Name der Band entstammt übrigens einer Fantasiesprache und soll die Bedeutung vom deutschen Wort ,,Partylöwe’’ besitzen.

Sechs norwegische Partylöwen verließen nach etwa 70 Minuten nach dem Song ’’Restless’’ zum ersten Mal die Bühne. Der Aufforderung des Publikums, noch weitere Songs folgen zu lassen, leisteten sie ohne Widerstand Folge. So konnte sich das Publikum noch über ’’Young You’’ und ’’30 Days’’, einem eher ruhigen Song, und somit zwei weitere Songs von ’’KMF’’ freuen, ehe Percussionist Raaheim-Oslen den hinteren Teil der Bühne verließ und ein ’’What Is Love’’-Cover anstimmte. Nach ’’Forever Alone’’ war ein hervorragender Konzertabend nach 90 Minuten und vier Zugaben beendet.

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Kakkmaddafakka hatten den Schlachthof in Wiesbaden von der ersten Sekunde an unter Kontrolle. Die sechs Norweger verbreiteten eine hervorragende Stimmung, die bis in die letzte Ecke der Halle strömte. Kein Bein blieb an diesem Abend still stehen und alle Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten. Einziger Kritikpunkt wäre eine eher unausgereifte Lichtshow, die zu teils absolut unpassenden Momenten die Halle komplett erleuchtete oder die Musiker vollständig verdunkeln ließ. Doch wen das an einem sehr guten Konzerterlebnis gestört haben sollte, der hatte sich dann einfach für das falsche Konzert eine Karte gekauft. Allen anderen Tanzwütigen sei ein Kakkmaddafakka Konzert sehr ans Herz gelegt.

© Fotos von Joshua Lehmann

Setlist:
1. Touching
2. Language
3. Someone New
4. Young
5. Change
6. Lilac
7. May God
8. Is She
9. Gangsta
10. Heidelberg
11. Fool
12. Your Girl
13. Galapagos
14. Restless

Zugaben:
15. Young You
16. 30 Days
17. What Is Love (Cover)
18. Forever Alone

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Jonathan Schütz