Livereview: K.I.Z, Offenbach Stadthalle, 20.01.2017

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Die selbsternannten Führer der deutschen Hip-Hop-Landschaft ziehen gerade zum dritten Mal mit ihrem aktuellen Erfolgsalbum ,,Hurra die Welt geht unter’’ durch die Schweiz, Österreich und natürlich die Bundesrepublik Deutschland. Ob K.I.Z ihre Zuschauer auf dem dritten Tourneezyklus zum Nr. 1 Album immer noch in Dauerekstase versetzen, erfahrt ihr an dieser Stelle.

Der hessische Feierabendverkehr rund um Offenbach und die Großmetropole Frankfurt am Main gehört sicherlich zu den weniger erfreulichen Dingen im Leben. Vor allem an einem Freitag. So kam es, dass zwei junge Männer voller Vorfreude auf ein restlos ausverkauftes Hip-Hop Konzert in der Offenbacher Stadthalle eine längere Anreise zu bewältigen hatten und den Support Audio88 & Yassin verpassten. Tut uns leid! Dafür wird es an dieser Stelle einen ausführlichen Bericht über die mehr als zweistündige Show von K.I.Z geben.

K.I.Z-1Seit dem Release von ,,Hurra die Welt geht unter’’ am 10.07.2015 ist rund um K.I.Z viel passiert. Top 30 Platzierungen der Singles ,,Boom Boom Boom’’ und ,,Hurra die Welt geht unter’’, eine Goldene Schallplatte für das Album sowie eine im Dezember 2016 veröffentlichte Live-DVD aus der ausverkauften Berliner Wuhlheide. Keine Frage, der Stern des deutschen Hip-Hop Quartetts stand nie höher am Himmel als zur heutigen Zeit. So ist es auch wenig verwunderlich, dass rund um die rappelvolle Offenbacher Stadthalle ein kleiner Ausnahmezustand herrschte. Fanscharen um Fanscharen tummelten sich in der hessischen 120.000 Mann starken Stadt. Die 4.000 Konzertbesucher kannten kein Halten mehr, als um kurz vor 8 das Licht erlosch und das Intro ,,Duhastaufdeinemkokaturndeinegeistigbehinderteschwestergeficktmucke’’ ertönte. Der Vorhang fiel und zu ,,Urlaub fürs Gehirn’’ wurde das Bühnenbild, welches wieder einmal vom aktuellen Album der Gruppe inspiriert wurde, erkennbar. Vier große, weiße Statuen, die den Rappern Nico, Maxim und Tarek sowie DJ Craft nachempfunden waren, sowie ein DJ-Pult, welches auf einem Panzer angebracht war, zeugten von der Größenwahnsinnigkeit und Genialität der deutschen Superstars des Hip-Hop.

K.I.Z-2In ihrem Set performten K.I.Z ihr neuestes Album fast komplett. Lediglich ,,Freier Fall’’ und ,,Superstars’’ fanden keinen Platz im Konzert. Trotz der Vormachtstellung von HDWGU, wie ,,Hurra die Welt geht unter’’ gerne von Fans abgekürzt wird, stellte die Show die perfekte Balance zwischen alten und neuen Hits dar. Songs wie ,,Spasst’’, ,,Geld essen’’ oder ,,Ellenbogengesellschaft’’ waren die stärksten Moshpit-Zünder und wurden lautstark gefeiert. Dabei griffen K.I.Z auf Elemente der letzten zwei Touren zurück. Während dem vom Band abgespielten ,,Kannibalenlied’’ bahnten sich Nico, Maxim und Tarek einen Weg zur B-Stage am Ende der Halle, um von dort ,,Abteilungsleiter der Liebe’’ zu performen. Im kurz darauf anschließenden ,,Käfigbett’’ krabbelte Maxim aus einer Attrappe, die eine Frau während der Geburt darstellen sollte. Mit ,,Neuruppin’’ beendeten die Kannibalen in Zivil bereits nach etwa 75 Minuten den ersten Teil ihres Sets. Ein Zugabenblock der Superlative folgte jedoch noch. Nach ,,Wir’’ betraten Audio88 & Yassin noch einmal die Bühne, um ihren Teil zu ,,Was würde Manny Marc tun’’ beizusteuern und den Song live wie auf dem Album zu spielen. Mit ihrem Megahit ,,Hurra die Welt geht unter’’ beendeten K.I.Z die Show und traten anschließend im Bademantel mit umgehängtem Handtuch vor den gefallenen Vorhang, um die ,,We are the world’’-Version von ,,Hurensohn’’ vorzutragen. Ein perfekter Abschluss eines großartigen Konzertes.

K.I.Z-3K.I.Z haben dem Rest der deutschen Hip-Hop und Rap-Szene wieder einmal gezeigt, wie eine grandiose Liveshow auszusehen hat. Man kann den vier Künstlern mit Sicherheit vorwerfen, dass sie die Geldmaschine ,,Hurra die Welt geht unter’’ bis ins Unermessliche melken, doch dies geschieht mit einem so großen Aufwand und einer enormen Qualität zu fanfairen Preisen. Hinzu kommt, dass eine Liveshow der Marke K.I.Z zum Teil auch eines Comedy-Abends würdig ist. Die Ansagen zwischen den Songs sind sehr unterhaltsam und so wurde das Offenbacher Publikum Zeuge von Sätzen wie ,,Ich habe die längsten Eier Deutschlands’’. Der Tourzyklus von HDWGU dürfte nach dieser Tour beendet sein und somit ist ein neues Album nur noch eine Frage der Zeit!

© Fotos von Joshua Lehmann

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Jonathan Schütz

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