Livereview: Hollywood Undead + Support, LKA-Longhorn Stuttgart, 22.08.2016

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Vergangenen Montag spielten Hollywood Undead ihr einziges Deutschlandkonzert für diesen Sommer. Wir haben die ausverkaufte Show besucht und eine Menge von Eindrücken gesammelt.

Mit einer international erfolgreichen Band vor über 1.500 Leuten zu spielen. Davon träumen wohl alle jungen und engagierten Musiker. Für City Kids Feel The Beat ging dieser Traum in Erfüllung.

CKFTB-2Die fünf Jungs aus Ulm waren als Vorband wohl für einen Großteil des Publikums unbekannt, jedoch heizten sie den neugierigen Konzertbesuchern gleich von Beginn an so richtig ein. Sie selbst beschreiben ihre Musik als Heavy – Pop – Punk. Eine würzige Mischung aus klaren, eingängigen Melodien und rockigen Gitarrenriffs. Das Ganze unterstützt von einem wirklich präsenten Bass und gekrönt von der energiegeladenen Stimme von Sänger Sven. In den Songs finden Freunde der härteren Klänge auch Screams und Breakdowns, die den gesamten Auftritt abwechslungsreich gestalteten. Insgesamt erinnert der Stil an die poppigen Songs von „ A Day To Remember“. Besonders zu dem hitverdächtigen Song „End of Summer“ wurden wohl alle Publikumswünsche erfüllt.
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Eine nette Dame aus dem Publikum für ein Tänzchen auf die Bühne holen oder eine Wall of Death zu einem Cover eines Lady Gaga Songs – City Kids Feel The Beat überraschten nicht nur mit ihrer Bühnenpräsenz und ihrem fröhlichen Auftreten. Auch abseits der Bühne nahmen sich die Jungs viel Zeit für Merch und Autogramme für frisch gewonnene Fans. Bei so viel Sympathie können wir nur eine Empfehlung zum Live-Besuch eines ihrer Konzerte aussprechen.

Um 9.30 Uhr morgens standen schon die ersten Fans vor den Toren des LKA. Bevor die Vorband die Bühne betrat war der Merch-Stand schon nahezu ausverkauft. Dann knapp zwei Stunden nach Einlasszeit war es endlich soweit: die heiß ersehnten Hollywood Undead betraten im bandtypischen Stil die Bühne: Donnernde Drums als Intro und sechs maskierte Männer, die mit ihren Hip-Hop Moves die Menge zum toben brachte.

LKA-SchlangeDie Band aus Kalifornien verbindet Einflüsse aus dem Metalcore bis hin zum Alternative Rock Bereich mit gangsterhaftem Rap. Obwohl man einigen ihrer Songs eine gewisse Tiefgründigkeit zusprechen kann, erfüllen doch die meisten Lyrics die typisch obszönen Züge des Rap-Genres – „Everywhere I go bitches always know that Charlie Scene has got a weenie that he loves to show“. Texte wie „Everywhere I Go“ scheinen zwar wenig lyrische Kreativität aufzuweisen, allerdings zeigen Hollywood Undead eine beispiellose Bühnenperformance. Zuschauer, die mit den Identitäten, die sich unter den Masken verbergen, nicht vertraut sind, haben wohl einige Probleme damit nachzuvollziehen, welches Bandmitglied welches Instrument spielt. Denn der einzige, der seinen Platz auf der Bühne nicht ständig gewechselt hat war Drummer Matthew St. Claire. Gesanglich sind, wie bei nur wenigen Bands, alle Mitglieder beteiligt. Sowohl Gesang als auch der Sound von Instrumenten und Samples stimmte absolut mit den Plattenaufnahmen überein. Fast schon zu viel Perfektion für eine Show ohne Playback. Trotz der Überdosierung von Impressionen war eine klare Strukturierung der Show erkennbar und höchstwahrscheinlich auch absolut erforderlich. Bei der Massenbegeisterung und der überwiegenden Textsicherheit im Publikum konnte man die starke Fanbase der US-Truppe erkennen.

Sowohl ältere Songs, als auch neure von ihrem „Day oft he Dead“ Album wurden sehnsüchtig vom Publikum erwartet.

Nach der Show konnte man bei den Fans absolute Zufriedenheit und auch Überwältigung feststellen, die sich teilweise sogar in Tränchen äußerte.

Fans aus ganz Deutschland, teilweise auch aus Holland oder Österreich und sogar aus Russland kamen letzten Montag nach Baden-Württemberg, um die Jungs von der Westküste zu feiern. Die fröhliche Pop-Punk Party von den City Kids Feel The Beat als Einleitung zum Hip-Hop-Metal von Hollywood Undead war ein fantastischer Sound-Cocktail, der bei jedem Besucher Glückshormone auslöste.

Photo Credits: Calvin Müller

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Marlen Fasold

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