Livereview: Bad Religion + Support, Schlachthof Wiesbaden, 12.07.2017

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Die US-amerikanischen Punks mit dem markanten Bandsymbol sind wieder da! Bad Religion touren aktuell durch deutsche Gefilde und haben am vergangenen Mittwochabend in Hessens Landeshauptstadt gastiert. Ob die alten Herren reif fürs Seniorenheim sind oder auf der Bühne noch eine gute Figur machen, erfahrt ihr im Artikel.

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Dass das Konzert in der Halle und nicht im Freien stattgefunden hat, dürfte alle Besucher gefreut haben, schließlich regnete es den kompletten Tag über immer wieder stark.
So durften sich Itchy, die seit kurzer Zeit ohne ihr Anhängsel ,,Poopzkid’’ im Namen existieren, bereits um 20 Uhr über einen gut gefüllten Schlachthof freuen. Das 2000 gegründete Punk-Trio dürfte den meisten Fans ein Begriff gewesen sein und so konnten Itchy die Crowd früh zum Mitsingen, -springen und Pogen animieren. Gitarrist und Sänger Sebastian Hafner spielte das Ende eines Songs sogar auf einem Case-Koffer auf dem Publikum. Moderationstechnisch wussten die Baden ebenfalls zu überzeugen. Hafner und Bassist Daniel Friedl, auch ,,Panzer’’ genannt, warfen sich ihre Sätze wie Tennisbälle zu. Verständlich, dass Schlagzeuger Max Zimmer da nur zuhörte. In einer halben Stunde Spielzeit – nicht nur wir hätten uns über ein längeres Set gefreut – bewarben Itchy ihr siebtes Studioalbum ,,All We Know’’, welches am 21.7. erscheinen wird, mehrmals und so sang das Publikum auch nach Ende ihrer Show noch die Oh-Oh-Oh-Melodie aus ,,Down Down Down’’.

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Um Punkt 21 Uhr betrat schließlich die Band, die an diesem Abend im Mittelpunkt stand, die Bühne: Bad Religion! Keine Frage, da standen Legenden auf der Bühne. Mit ,,American Jesus’’ und somit einem älteren Song eröffnete das Quintett ihr 90-minütiges Set. Im Publikum herrschte absolute Euphorie und ein nahezu ausverkaufter Schlachthof feierte seine Helden für die nächsten 90 Minuten. Sänger Greg Graffin, neben Gitarrist Brett Gurewitz und Bassist Jay Bentley auch Gründungsmitglied der Band, kündigte die meisten der insgesamt 29 Songs mit kurzen Moderationen an. Vor ,,New Dark Ages’’ kam er auf die aktuelle Lage der Welt zu sprechen, ,,Atomic Garden’’ kündigte er mit einem Seitenhieb gegen Nordkorea an und vor ,,Come Join Us’’ redete er etwas über Bad Religion und ihre ironischen, aber politischen Texte. Insgesamt machten die Herren trotz ihres Alters (Graffin und Gurewitz haben die 50 schon überschritten) eine gute Figur auf der Bühne und werden ihre Livekarriere mit Sicherheit nicht so schnell beenden. Natürlich fehlte mit ,,21st Century’’ auch nicht der bekannteste Song der Band. ,,Generator’’ und ,,Stranger Than Fiction’’ standen mit jeweils vier performten Songs am ehesten im Mittelpunkt. Insgesamt fanden jedoch ganze zwölf Alben eine Beachtung im Set.
Mit ,,Fuck Armageddon… This Is Hell’’ und großer Dankbarkeit gegenüber dem Publikum beendeten Bad Religion um 22:30 Uhr das Konzert.

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Bad Religion sind eine wahre Institution des Punks. 1980 gegründet, zählen sie immer noch zu den wichtigsten Bands des Punk-Genres, obwohl sie ihren kreativen Zenit seit längerer Zeit überschritten haben. Bis nächstes Jahr, Bad Religion!

© Fotos von Valentin Krach

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Jonathan Schütz

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