Rookie Records und Kidnap Music kündigen Soli-Sampler fürs Bonner Bla an

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Als Folge der Cornona-Pandemie herrscht in der Club-Kultur Stillstand. Viele Clubs, Kneipen und Bands sind existenzieller Bedrohung ausgesetzt.

So geht es auch dem Bonner Bla, das seit fast 40 Jahren existiert. Aus diesem Grund veröffentlichen die beiden Punkrock-Labels Kidnap Music und Rookie Records den Soli-Sampler „Bla sind wir“ auf Vinyl, dessen Erlöse zu 100 Prozent, abzüglich der anfallenden Herstellungskosten, an die Bonner Musikkneipe gehen. Laut Rookie-Inhaber Jürgen Schattner stammt die Idee von Schreng Schreng & La La-Gitarrist Lasse Paulus: „Anfang der Woche rief mich Lasse an und zeigte sich zurecht sehr besorgt über Valeskas (Inhaberin Bla, Anm.) Postings. Er fragte, ob wir nicht gemeinsam einen Soli-Sampler fürs Bla auf die Beine stellen könnten.“ Gesagt, getan. Zwölf tolle Bands sind mit – zum Teil bisher noch nicht veröffentlichten Tracks – dabei: Akne Kid Joe, Belitzki., Fluid To Gas, Leto, Lygo, Love A, Pascow, Spermbirds, Steakknife, Tigeryouth, Turbostaat und Schreng Schreng & La La. Das Artwork stammt von Michael Imhof, das Mastering hat Andi Jung übernommen, die Shop-Infrastruktur wurde von Tante Guerilla bereitgestellt. Alle Beteiligten verzichten auf Bezahlung.

Die praktische Durchführung sieht so aus: Ab 200 Vorbestellungen geht der Sampler in Produktion. Die Platte erscheint in vier Varianten. Neben der Standard-LP-Edition für 20 Euro, besteht die Möglichkeit, den Sampler plus einer Spende von 10 oder 20 Euro, sowie zuzüglich eines Getränkegutscheins zu erwerben. „Wir wissen, dass gerade viele in existenzielle Not geraten und natürlich können wir die Welt nicht retten. Aber wenn es uns gelingt, diesen einen Ort am Laufen und Leben zu halten, gelingt das Gleiche sicher anderen Menschen an anderen Orten, die es ganz genauso verdient haben“, heißt es in der Pressemitteilung von Rookie. Erscheinen wird der Sampler am 5. Juni.

In diesem Kontext möchten wir auf drei weitere Aktionen hinweisen, mithilfe derer die kulturelle Szene Unterstützung bekommt und Existenzen gerettet werden können.

Be My Quarantine: Von dem Kölner Andree Böhle ins Leben gerufen, funktioniert Be My Quarantine als gemeinsamer Merch-Verkauf, bei dem die Kunden selbst entscheiden können, an welchen Club das Geld gespendet wird. In einem Statement erklärt Böhle das Konzept hinter dem Projekt: „Die grundsätzliche Idee ist, eine Datenbank mit Designs unter dem Slogan ‘Be My Quarantine – Support Your Local Scene’ zu erstellen, mit denen dann jede/r Betroffene eigene Artikel herstellen und verkaufen kann, um die finanziellen Auswirkungen der Krise abzufedern“. In Zusammenarbeit mit Tourhafen ist ein Online-Shop entstanden.

Die Musiksendung und Talkshow Tv Noir streamt regelmäßig Live-Konzerte aus dem Wohnzimmer eines Künstlers/ einer Künstlerin. Um die Künstler/innen zu unterstützen, können, obwohl die Konzerte ohne Zuschauer stattfinden,  Eintrittskarten erworben werden. Den Preis kann jeder Kunde selbst festlegen, Minimum ist ein 1 Euro, Maximum 50 Euro. Die Erlöse gehen zu 100 Prozent an die jeweiligen Künstler/innen. Kommen mehr als 400 Euro für einen Auftritt zusammen, wird der Betrag mit den nachfolgenden Künstler/innen geteilt.

Karten könnt ihr auch für das Festival Keiner kommt, Alle Machen Mit erwerben, welches, der Name deutet es an, ohne Bands und ohne Publikum abläuft. Ein Festival-Plakat gibt es trotzdem, darauf abgebildet ein Line-Up voller illustrer Künstler/innen wie Billie Eilish, Abba, die Beatles, Phil Collins, Foo Fighters oder Die Ärzte. Stattfinden, beziehungsweise nicht stattfinden, soll das Ganze am 12. Mai. „Die Hamburger Kulturszene ist besonders hart betroffen von den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Wir möchten jetzt Zusammenhalt beweisen und mithelfen, die Hamburger Kultur und ihre Vielfalt zu erhalten. Verrückte Zeiten brauchen verrückte Ideen, um die Krise erträglicher zu machen, und daher bewerben wir ein Festival, das es nicht gibt, mit Künstlern die nicht kommen, um Spenden zu sammeln mit Kreativität und Humor“, erklärt Initiator Lars Meier die Idee hinter dem Festival. Auf der Homepage findet Ihr weitere Informationen. Tickets kosten 22 Euro.

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