Interview mit Rivals: Bandhistorie, Stilgrenzgänge und ‘Fake Rich’

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Dark Pop im Aufstreben: Rivals haben vergangene Woche ihre neue Single Fake Rich veröffentlicht. Mobil zugeschaltet aus vier verschiedenen Zeitzonen haben wir uns mit Kalie Wolfe (Gesang), Micket Woodle (Gitarren) und Josh Alves (Schlagzeug) über die Single, ihre Soundfindung und bisherige Bandhistorie unterhalten. Hier ist unser zweisprachiges Interview mit den US Amerikanern.

- Deutsch (English below) -

Wie ist euer Release zu Fake Rich gewesen?

Kalie: Ziemlich verrückt, da es so weit außerhalb unseres sonstigen Schaffens liegt. Definitiv nichts, was man von uns erwartet (lach). Wir waren uns nicht sicher, wie es laufen würde, aber so far so good!

Eure Bandbeschreibung drückt aus, dass eure Musik eine „Furchtlosigkeit hervorbringt, die von anderen Projekten hervorsticht“ – Was bedeuten diese Worte für euch als Band?

Micket: Ich denke da können wir uns alle als Band zustimmen, es bedeutet so viel dass wir einfach das tun, was wir wollen. Rivals ist keine einseitige Form. Es ist mehr das, was wir in diesem Moment gerade spielen möchten, und bisher hat das auch funktioniert.

Wie kam eure Band zustande?

Kalie: Micket und ich sind regional auf Tour gegangen mit einer seiner älteren Bands, The Collective. Das war als ich circa 17 war, also elf Jahre her. Er hörte mich auf der Tour singen und ein paar Jahre später, als sich The Collective aufgelöst hatten, sagte er: „Ich möchte irgendwas Neues ausprobieren“. Er schickte mir diese etwas mehr Post-Hardcore Demo mit völlig anderer musikalischer Richtung, und ich dachte mir: „Ich habe nie in einer Band gesungen, warum sollten die mich wollen?“. Ich ging zu einem Try-Out, und hier sind wir nun sieben Jahre später.

Micket: Ich war in meinen late-20s, und es war so eine Alles-oder-Nichts Sache. Ich schickte ihr diese Demo und der Rest ist Geschichte.

Dark Pop ist immer mehr im Kommen. Bands wie VUKOVI (Schottland), YONAKA (England), oder auch ihr, werden größer. Eure Art melodischen Gesang mit wuchtiger Gitarrenarbeit zu kombinieren funktioniert für euch gut als stilistisches Mittel, finde ich. Im Angesichts der Tatsache, dass diese Richtung immer populärer wird, wie kommt euer Sound zustande?

Kalie: Es ist meist ziemlich willkürlich. Manchmal schreiben wir einfach einen Song im Studio, wie Lavenders. Es kommt wirklich darauf an, wie sich der Moment anfühlt und in welcher Stimmung wir sind. Aber kurz: Wie auch immer wir Lieder schreiben, wir machen es möglich (lacht).

Micket: Ich schreibe viel in meinem Auto, während ich fahre. Dann nehme ich die Ideen direkt mit ins Studio und mische ein paar Dinge.

Euer neues Album hätte dieses Jahr herauskommen sollen. Wann habt ihr euch entschieden es zu verschieben, und wann denkt ihr, dass es herauskommen wird?

Kalie: Vor einem Jahr, circa als wir Fake Rich geschrieben haben. Es war denke ich März als Covid-19 erstes Mal größeres Thema wurde, und wir uns entschieden, den Release zu verschieben. Aber nun wurde es Zeit Material zu veröffentlichen und mit der Single fängt die Promo jetzt wirklich an.

Josh: Wir haben uns der Idee gestaffelter Releases angenähert, was würde ich sagen etwas ist, das typisch für Pop-Künstler ist, wo sie eine Single oder so veröffentlichen und das Album folgt irgendwann später. Ich glaube, dass diese Pandemie uns dies irgendwie ermöglicht hat, auch um unkonventioneller zu sein und mit Dingen zu experimentieren, die man sonst nicht von uns gewohnt ist.

Es ist interessant, da ich zustimmen würde, dass Corona natürlich einige Sektoren in den Ruin getrieben hat, aber eben auch aufgezeigt hat, wo man noch Verbesserung gebrauchen könnte. Die Musikindustrie und stärkerer Fokus auf Livestreaming hätten meiner Meinung nach schon länger im Fokus stehen sollen. Wie seht ihr das als Band?

Josh: Ich stimme dir zu. Es ist gut, dass uns diese Tür zum Livestreaming geöffnet wurde, aber nun eben mit mehr Akteuren. Man hat beispielsweise Travis Barker und Steve Aoki mit ihrem komischen Livestream slash 3D Event. Die Pandemie hat dieses merkwürdige Umfeld kreiert, wo wir alle kollaborieren können.

Obwohl euer Album schon lange fertig ist, denkt zurück an euer Mindset und die musikalische Richtung, die ihr im Vergleich zum vorherigen Damned Soul im Kopf hattet.

Kalie: Die Soundunterschiede zwischen den beiden Alben sind extrem. Auf diesem neuen sind wir wirklich aus unserer Komfortzone herausgetreten. In Sachen Genre ging es Querbeet voran, weil es uns danach war. Es gab nicht wirklich etwas, das uns davon aufhielt, also taten wir es einfach! Wir hatten ein paar wirklich harte Lieder geschrieben, wir haben poppige, es ist eine gute Mischung.

Micket: Wir sind härter, softer, emotionaler, unemotionaler, einfach drunter und drüber.

Lavenders steht im starkem Kontrast zu Fake Rich. Welcher der beiden würdet ihr sagen fängt besser ein, in welche Richtung das neue Album geht?

Kalie: Wir haben definitiv eine Hand voll härterer Lieder, aber Elijah (Cane Hill) ist die einzige Person, die darauf screamt.

Josh: Es gibt ein Lied was so anders von allem ist, was man je von Rivals erwarten würde. Aber so viel erstmal dazu…

Fake Rich ist ein Kommentar zu Menschen, die online als (erfolg)reich posieren, um Zuspruch und irgendeine Art toxische Selbsterfüllung zu erlangen. Was sind Themen auf dem neuen Album?

Kalie: Es gibt kein Leitmotiv, und nur einen kitschigeren Song. Ich wollte mich herausfordern und diesmal nicht über Liebe schreiben. Vieles hat mit persönlichen Dingen zu tun, aber textlich geht es um verschiedenste Dinge.

Ihr habt mit Cane Hills Elijah Witt kollaboriert. Das ist eine ziemlich krasse Kombination, wie kam diese zustande?

Kalie: Ziemlich genau als wir unsere Band gegründet hatten trafen wir Cane Hill zur Zeit als sie bei Rise Records unter Vertrag genommen worden und auf größere Touren gegangen sind. Sie haben uns schon immer angefeuert, was echt klasse ist und wofür wir unglaublich dankbar für sind. Buchstäblich die erste Person die uns in für ein potentielles Feature in den Sinn kam war Witt, einfach weil es Sinn ergab. Es war eher etwas persönliches als die Tatsache, dass er Screamen konnte.

Wegen dieser Kombination, was ist eure individuelle Beziehung zu härterer Musik?

Kalie: Meine kommt ist wohl mein Freund. Die Musik, die er produziert, ist hart. Für mich geht es meistens nicht viel weiter als Bring Me. Aber die Jungs, Josh und Micket, gehen eher in diese Richtung, also Manege frei, haha.

Micket: Der Rest von uns, und ich denke ich spreche jetzt besonders für mich, kamen alle von einem Metal, Hardcore, oder Metalcore Band Hintergrund. Ich bin mit Sabbath aufgewachsen, dann ging es Richtung Oceano, All shall Parish, frühe Architects und so weiter. Achtzig Prozent meiner Musikkarriere sind bisher Breakdowns gewesen. Ich mochte schon immer härtere Bands, also vor allem Death Metal, Deathcore und Thrash Metal bands.
In Orange County und dessen Hardcore / Metalcore Szene aufwachsen bedeutet viel Avenged Sevenfold oder Bleeding Through… Ich habe meinen Stil dorther geholt. Doch dann traf ich Kalie dadurch, dass sie Metalbands fotografierte und bei einer der Shows von Mitchs Band war. Basierend darauf fingen wir an uns zu fragen: Was, wenn wir härtere Sachen einstreuen würden? Was, wenn wir wenige Elemente unserer eigenen Musik nutzen würden? Jeder von uns hat so seine eigene kleine Geschichte zu härterer Musik.

Das spiegelt sich auch in den Support Slots wider, die ihr über die Jahre gehabt habt. Ihr habt mit Underoath, August Burns Red, The Word Alive, Shinedown, Nothing More und vielen mehr getourt. Ausgehend davon, was ihr erzählt habt, repräsentiert das eure Vielfalt, und wohin ihr eure Musik bringen wollt. Mit wem würdet ihr am liebsten eine Tour spielen, läge es an euch?

Kalie: Bring Me The Horizon, Underoath, Nothing More, Rivals.

Micket: 30STM, Red Jumpsuit Apparatus. Vielleicht etwas total bizarres, Babymetal!

Das Video zur neuen Single Fake Rich könnt ihr euch hier ansehen:

- English -

How has your release of Fake Rich been?

Kalie: It is crazy for us, cause it was so out of our element. It was nothing we typically used to release (laughs). So we were unsure about how it was going to go, but so far so good!

Your band bio on your website says “they bring forth a type of fearlessness in their music that stands out among the rest” – What do those words mean to you as a band?

Micket: This is very relatable for everybody. It’s more or less saying that we are like, we are kind of just doing whatever we want. Rivals isn’t one single thing, it’s just kind of whatever we feel like doing at the moment? Seems to kind of be working out so far…

How did Rivals as a project come about?

Kalie: Actually, Micket and I regionally went on tour for one of his older bands, called The Collective. This was when I was about 17, so about ten years ago now. He heard me sing on that tour and a few years laters, after The Collective had broken up, he said “I kind of wanna try something else”. He sent me this a little bit more like Post-Hardcore and different direction. And I was like: “I have never sang in a band, why do the want me in it?” I came to a try out, and here we are, seven years later.

Micket: I was in my late 20s, and it was kind of a last shot thing. I sent this demo to her and now this is what it is!

Dark Pop is making its way into the popular eye, people are talking about it more these days with bands Scottish bands like VUKOVI, YONAKA (UK), and ultimately Rivals to some extent. Your use of melodic vocals and dreamy but heavy guitar work in my opinion works well for you as a stylistic device – in light of this genre gaining traction, how does your sound come about?

Kalie: It really just kind of is random. Sometimes we just write the song in studio, like Lavenders, it just really depends on the moment and the mood, but it’s really: Any way we can come up with a song, that’s how it goes (laughs).

Micket: I do a lot of writing in my car while I’m driving. I take it right to the studio and then mix some things.

Your new record was supposed to come out this year. When did you decide to postpone it, and when do you think it will be released?

Kalie: Like a year, we wrote Fake Rich a year ago. I want to say March is when Covid-19 hit, and we decided to postpone it. But now it was time to release some material and we decided to do this thing.

Josh: We actually played around with the idea of extending releases, which is what I guess a pop artist would do, where they release a single or so and then they’ll drop the record later down the road. I somehow believe that the pandemic allowed us to do that and be a lot more unconventional and experiment with stuff different to what you’d be used to.

It’s interesting, since I would agree that since the pandemic has of course shut down but otherwise forced sectors to improve that needed it, and the music industry and live streaming should have been coming for a long time in my opinion.

Josh: I agree. I think it’s nice that it has opened up the door for livestreaming in a way, but now with more actors getting involved. For example, you got Travis Barker and Steve Aoki doing this weird live stream slash 3D event. It’s created this weird environment where we can all collaborate.

Even though the record’s been done take yourselves back to the mindset you had and the musical direction you were going for in comparison to your previous record, Damned Soul?

Kalie: The sound differences are extreme between those records. We on this new one really stepped outside our comfort zone. In regards to genre, it kind of went all over the place a bit because we felt like it. There was not really anything stopping us from doing what we wanted, so we just did! We had some really heavy songs, we got some poppy songs. It’s a good mixture.

Micket: We went heavier, lighter, more emotional and less emotional, just up and down.

Lavenders stands in stark contrast to Fake Rich. Which would you say captures the direction of the new record best based on these songs?

Kalie: We definitely have a few pretty heavy songs, but Elijah (Cane Hill) is the only person we have screaming.

Josh: There is one on there that is so different than what anyone would expect from Rivals, that’s all I can say for now…

Fake rich is a take on people feigning fame and fortune to receive admiration and some form of toxic personal self-fulfilment. Could you describe some of the lyrical themes underlying the new record?

Kalie: There is no lyrical theme at all, and only one love-ish track on it. I really wanted to challenge myself on this one and not write about love. A lot of it has to do with my life, but it’s an all over the place kind of scenario.

You collaborated with Cane Hill’s Elijah Witt for Fake Rich. that’s a pretty intense combo, how did it come to be?

Kalie: Around pretty much when we started our band, we met Cane Hill when they got signed to Rise Records, started going on big tours and stuff. They have been cheering us on, which is super awesome and we are incredibly thankful for it. Literally the first person that popped up when we were talking about doing a feature was Witt, just because it makes sense, more of it was personal more than the fact that he could scream.

Because of this combination, what is your individual relationship to heavier music?

Kalie: My relationship to heavier music is probably my boyfriend. The stuff he produces and does is heavy. For me personally, I don’t go much heavier than Bring Me. But the guys, Josh, Micket, they both lean that direction so I’ll let them take over, haha.

Micket: The rest of us, and this I guess is me speaking for myself, all came from playing in metal, hardcore or metalcore bands. I grew up listening to Black Sabbath, then it transitioned to Oceano, All Shall Parish, early Architects and the like. Eighty percent of my musical career has been breakdowns. I have always kind of been in heavier bands, like death metal bands, deathcore bands, and thrash metal bands. Just growing up in the Orange County hardcore and metalcore scene, there is a lot of Avenged Sevenfold, Bleeding Through… I adopted a lot of my style from that. But I met Kalie originally through her photographing metal shows. It is a long long time ago, then I met Micket after watching his band play their first show. So based on that, for this new record, we started thinking: “What if we did have some heavier things? What if we use a little bit of our elements”, and I think it worked out really well. We all kind of have our own little story when it comes to heavy music.

This is also mirrored in the support slots you have been part of over the years. You have toured with Underoath, August Burns Red, The Word Alive, Shinedown, Nothing More, Red Jumpsuit Apparatus, New Year’s Day… Based on what you told us, this really reflects your diversity as a band and where you might want to take your music. So, who would you love to be touring with if you were to stack a bill?

Kalie: Bring Me The Horizon, Underoath, Nothing More, Rivals.

Micket: 30STM, Red Jumpsuit Apparatus. Maybe something random, we could do like Babymetal!

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Alex Loeb

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