Interview mit Mount Winslow

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Vergangenen Monat haben Mount Winslow ihre Debüt-EP Burden Of Time veröffentlicht, auf der sich das Quartett aus Paderborn zwischen Indierock, Folk und Post-Rock bewegt und damit eine ganz eigene Note in der deutschen Musiklandschaft hinterlässt. Wer sind diese vier jungen Musiker aus Nordrhein-Westfalen und was steckt hinter der atmosphärischen, einnehmenden Musik? Wir haben den Newcomern einige Fragen per Mail zukommen lassen.

Shout Loud: Ihr habt vor anderthalb Wochen eure Releaseshow zu eurer Debüt-EP Burden Of Time in eurer Heimat Paderborn gespielt, wie war das für euch?

Mount Winslow: Das war ein krasser Tag. Wir steckten ja schon seit Monaten in der Planung dieses Abends und haben lange darauf hingefiebert. Als er dann plötzlich da war, hat sich das irgendwie unwirklich, aber wahnsinnig schön angefühlt. Feedback für die EP kam ja in letzter Zeit schon in Form von Rezensionen oder Nachrichten, aber am Samstag dann ganz unmittelbar. Für uns auf der Bühne war das auf jeden Fall ein sehr besonderer Auftritt. Am Ende waren dann alle im Arsch, aber glücklich.

Wie und wann kam es denn zur Gründung von Mount Winslow?

Piet hatte 2015 still und heimlich ein Soloprojekt angefangen, das er mit der Zeit zunehmend ernst nahm. Im Sommer 2017 hat er eine Anfrage für ein Festival bekommen, dass er mit Band spielen wollte. Zu dem Zeitpunkt wohnten wir schon alle zusammen in einem Haus, da lag nah: Das machen wir zu viert. Und dann blieben wir zu viert.

Habt ihr alle schon in vorherigen Bands gespielt?

Klar, bis auf Piet haben wir alle schon in verschiedenen Bands gespielt.

Wer oder was ist denn dieser ,,Mount Winslow“?

Der Lieblingsort in unserer Stadt. Ein Hügel am Stadtrand, ziemlich abgelegen. Oben drauf stehen zwei Bäume, du kannst weit blicken. Da haben wir die Band gegründet und dann den Berg Mount Winslow getauft. Das ist jetzt unser Berg.

Euer Sound vereint Indierock mit Folk und Post-Rock. Wie haben sich denn diese verschiedenen Genres in eurem Stil festgesetzt?

Das passiert irgendwie ganz automatisch. Und wirklich festgesetzt ist da auch nichts. Wir kommen natürlich alle aus verschiedenenen Ecken was Musikgeschmack angeht, aber als Basis liefert Piet oft eine folkige Skizze auf Klavier oder Gitarre, auf der wir dann aufbauen. Wohin die Reise ab dann geht, das kann ja niemand wirklich festsetzen.

Mit welchen Themen setzt ihr euch denn auf lyrischer Ebene in eurer Musik auseinander?

Familie, Eskapismus, gesellschaftliche Veränderungen, Identity Issues. Das sind so die inhaltlichen Kerne. Am liebsten verpackt in Beschreibungen ganz alltäglicher Momente und Situationen. Ein Blick aus dem Fenster, das mal wieder geputzt werden sollte. Eine flüchtige Berührung. Ein Kleidungsstück, das dich an früher erinnert. Schon wieder dieses Gespräch, das du nicht führen willst.

Mit sechs Songs und einer Lauflänge von 25 Minuten ist Burden Of Time für eine EP nicht gerade kurz geworden. Wieso habt ihr nicht direkt ein ganzes Album aufgenommen?

Das haben wir tatsächlich lange überlegt. Für ein Album war uns das aber noch nicht genug. Uns ging es darum, ein erstes Lebenszeichen von uns zu senden und dabei ein in sich geschlossenes und stimmiges Stück Musik zu produzieren. Mit ein paar Songs mehr hätten wir sicher ein Album füllen können. Allerdings stammen die Songs aus einer ganz bestimmten Zeit und gehören, so wie sie sind, zusammen. Da jetzt noch was aufstocken nur um des Albums Willen wollten wir nicht.

Denkt ihr denn schon an ein vollwertiges Album?

Natürlich. In der Zeit zwischen EP-Recording und jetzt sind auch schon wieder einige Songs entstanden, die wir auch live schon zocken. Allerdings liegt unser Fokus erstmal darauf, völlig frei noch mehr Songs zu schreiben und später eine gute Auswahl zu treffen. Das kann noch dieses Jahr, nächstes Jahr oder vielleicht auch erst in drei Jahren passieren.

Was steht für euch 2019 noch alles auf der Agenda?

Im Frühling und Sommer spielen wir noch ein paar Club- und Festival-Shows, im Herbst geht es dann auf Tour. Da freuen wir uns ziemlich drauf, einfach mal für ein paar Tage am Stück in Deutschland unterwegs zu sein.

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Jonathan Schütz

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