Interview mit Crown the Empire

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Endloses Touren, Neuerfindung und der konstante Kampf mit Vorwürfen, zu soft zu sein: Wir haben uns mit Brandon Hoover von Crown The Empire insbesondere über ihren Songwriting Prozess zum neuesten Album “Retrograde” unterhalten.


Ihr seid dieses Jahr wieder bei der Vans Warped Tour zu Gast als auch bei mehreren kleineren Touren unterwegs gewesen. Wie hat das Publikum auf euer neues Material reagiert?

Ich war überrascht zu sehen, wie verrückt die Fans auf die neuen Songs abgegangen sind. Genau so wie bei den alten! Es ist immer schwer, den Kern eines Liedes im live Kontext so zu überliefern, wie gewollt. Nachdem wir ein paar Shows und Touren unter dem Gürtel hatten, konnten wir aber letztendlich erkennen, welche Teile Leute zum mitmachen motivieren und was man wann sagen kann, um dem Publikum ein bisschen einzuheizen. Es ist auf jeden Fall sehr aufregend.

Ihr habt euch neulich bei der Performance des neuen Songs “Hologram” als die Backstreet Boys des Metal bezeichnet. Woran liegt das und wann können wir eine Zusammenarbeit erwarten?

Das war natürlich nur ein Witz (lacht) aber die Kids heutzutage sind so verurteilend gegenüber jeglicher Veränderung im Sound. “Hologram” hat einen der poppigeren Refrains auf dem Album, aber auch einen Teil mit Screaming. Die User im Internet reagieren dann mit “SELLOUTS” oder “JETZT SIND SIE EINE POPBAND”. Wir machen darüber einfach gerne Witze, da wir offen für neue Musik und Richtungswechsel sind.

Lass uns über das neue Album reden. Wie lässt sich euer neuestes Werk einreihen, nachdem eure vergangenen CDs an einer dystopisch-fiktionalen Erzählungsform orientiert waren?

“Retrograde” ist ein Schritt weg von der Geschichtserzählung. Während “Limitless”, “The Fallout” und “The Resistance” waren wir gewissermaßen verloren. Obwohl wir schon einen bemerkenswerten Fußabdruck in der Szene hinterlassen hatten, wussten wir nicht, wer wir als Band oder Menschen waren. Wir waren alle so achtzehn bis neunzehn Jahre alt, Frisch aus der High School gekommen und direct auf Welttournee – Vieles hat einfach keinen Sinn für uns ergeben. Als wir älter wurden haben wir begonnen, unsere eigenen Meinungen zu formulieren. Da wurde das Geschichtserzählen plötzlich zur Nebensache, da wir selbst schon so viel erlebt hatten, dass wir gar nicht mir irgendeiner Fiktion aufkommen mussten. Das war der Zeitpunkt, an dem “Retrograde” real wurde. Es war keine Geschichte mehr – es war das echte Leben.

Was war die Inspiration, sich Hilfe von anderen Songwritern zu holen für dieses Album?

Wir haben es schon immer gemocht, eine äußere Meinung zu unserer Kunst zu erhalten. Es ging nie nur um UNS. Die Idee dieser Band ist größer als nur wir, es geht um Zusammenarbeit, Reden über Ideale, worum das Leben gehen mag und wie wir die Welt beeinflussen können mit unserer Musik. Bevor wir “Retrograde” aufnahmen, trafen wir Drew Fulk und KJ Strock, welche beide später das neue Album produziert haben. Das hat uns wirklich geholfen, unsere Perspektive der Dinge für den Sinn von Musik zu verändern. Dies sind die Leute, von denen wir das Input für eine neue CD benötigt hatten.

Songs wie “Weight of the World” klingen untypisch für euch, wenn man das so sagen kann. Warum war es für euch wichtig, in eine neue musikalische Richtung zu gehen und Dave mehr Parts singen zu lassen als je zuvor?

“Weight of the World” haben wir geschrieben, weil wir die Schnauze vom Bullshit Amerika voll haben. Wir haben keinen Wert darauf gelegt, ob es nun weniger oder mehr Screaming gibt. Der Text und die Message hinter diesem Song ist etwas, das wir schon lange loswerden wollten. Es ist ein Gefühl, das den Großteil des neuen Albums umgreift. Warum sitzen wir herum und fokussieren uns auf Social Media und Vieles, was überhaupt nicht wichtig ist, während die Welt vor unseren Augen zerfällt? Alles wird von den 1% regiert, von großen Businesses, und der Rest von uns leidet darunter. Das ist das Problem, was wir hier ansprechen wollen. Wir haben nie darüber nachgedacht, ob der Song mit mehr Screams eher in die Szene passt oder was auch immer. Wenn ein Text emotional genug ist, Screams zu benötigen, werden wir es tun. Deswegen hat die Zeile “I’m so so sick” auch welche dabei.

Ihr habt bei euren vergangenen Alben sehr großen Wert auf Theatralik gelegt. Wie würdet ihr sagen unterscheidet sich grundsätzlich euer Sound von anderen Acts im Genre?

Ich denke, wir haben schon immer andere Dinge gehört, als die meisten Bands da draußen. Am Anfang haben wir nun wirklich nur die Musik aus der Szene gehört und ein paar andere Einflüsse wie My Chemical Romance, Linkin Park, Panic! At the Disco oder 30 Seconds to Mars mit hineingebracht. Als wir älter geworden sind, war es uns wichtig, unseren Horizont zu erweitern – deswegen sind jetzt so viele Sounds in unserem Konzept verwickelt, ganz anders als zu Beginn. Manche Bands hätten wir uns vor ein paar Jahren nie getraut, als Einfluss zu nennen, oder uns überhaupt von ihnen inspirieren zu lassen. Auf “Retrograde” haben wir uns dann schlussendlich auch Bans wie Incubus, Nine Inch Nails, Converge, Thrice, The Neighbourhood… insgesamt so viele angehört. Vieles davon gehört nunmal nicht zu den Einflüssen, die man von einer Band wie uns erwartet und das macht, denke ich, den Unterschied zu anderen Gruppen. Das war schon immer das Naturell von Crown.

Können wir im Zuge der ausgefallenen Daten mit Of Mice and Men eine Headliner Tour von euch erwarten in der näheren Zukunft?

Im Moment steht noch nichts fest, um das Ganze wett zu machen. Aber es gibt auf jeden Fall Pläne, bald wieder zu euch zu stoßen!

SL: Danke für das Interview, Brandon!

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Alex Loeb

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