Interview mit Another Timelapse

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Electro-Beats treffen auf Gitarrenriffs, die von der Brutalität her an System of a Down erinnern, feiner Clean-Gesang wird stellenweise von dreckigen Screams abgelöst. Dafür steht die Mainzer Band Another Timelapse. Wir hatten die Möglichkeit, uns mit Sänger Alex und Schlagzeuger Frederic zu unterhalten.

SL: Ihr habt vor kurzem euer neues Album ’’Face Your Fears’’ veröffentlicht und dazu im Rahmen von ’’Kings of Core’’ eine Albumreleaseshow im Caveau in Mainz gespielt. Wie war das Konzert und wie haben die Besucher auf die neuen Songs reagiert?

Frederic: Das Konzert war eigentlich ganz geil, hat mega Spaß gemacht, die Leute waren gut drauf, die Songs kamen gut an, insgesamt war es ein voller Erfolg.

Alex: Ich denke, es war generell mal ganz cool, zu sehen, wie es ist, eine Stunde mit eigenem Material zu spielen. War auf jeden Fall sehr anstrengend und clubmäßig schwitzig.

SL: Am vorletzten Samstag stand dann bereits der nächste Auftritt bei der ’’Night of Champions’’ in Ingelheim zum Jubiläum des Bandcontests Rock’n’Pop-Youngsters, den ihr 2014 gewonnen habt, an. Wann werdet ihr denn euer neues Album noch live präsentieren?

Frederic: Wir werden auf jeden Fall am 29.10. in Alzey mit Infected World und der Mock Unit spielen. Das wird sehr geil, das kann ich jetzt schon sagen!

Alex: Wir versuchen, für dieses Konzert unsere Setlist ein bisschen anzupassen. Ich versuche gerade schon, mir Rappen beizubringen – um einen kleinen Hinweis zu geben – und wir werden ein paar lustige Einfälle mitbringen.

SL: Wie sieht es mit euren Plänen für das nächste Jahr aus, was die Band angeht?

Alex: Ich bin ab Februar weg im Auslandssemester in Griechenland, aber wir versuchen bis Februar, wenn noch Anfragen für Auftritte kommen, diese anzunehmen und schauen was passiert, aber keiner von uns hat die Absicht, die Band abzubrechen, wir sehen es einfach als Pause und dann kommen wir wieder und dann geht es weiter!

Frederic: Pause ist relativ, wir werden auf jeden Fall noch die ein oder anderen Songs schreiben, jeder für sich ein bisschen kreativ sein und Sachen entwerfen.

SL: Du wirst dann wahrscheinlich auch in Griechenland an neuem Material schreiben, oder?

Alex: Ich werde immer Songs schreiben, ganz egal wo ich gerade bin.

SL: Ihr geht alle noch zur Uni oder macht eine Ausbildung, die Band ist für euch also nicht die erste Priorität. Wie würdet ihr euch denn entscheiden, wenn das Angebot einer Plattenfirma bei euch eintrifft und ihr die Wahl zwischen Uni/Ausbildung und Musikerleben hättet?

Alex: Das ist ein heikles Thema, weil man abwägen muss, was das für ein Plattenvertrag ist. Zum einen, wie viel Zeit dieser beansprucht und ob man, um das Album zu promoten, das Studium schmeißen muss. Generell bin ich in dem Fall dann jemand, der dann kein Risiko eingeht und lieber auf der sicheren Seite steht und nur dann, wenn es was riesiges ist wie z.B. als Support Act einer Band wie Enter Shikari, würden wir das sofort annehmen. Man muss einfach abwägen und ich denke, keiner von uns würde sein Studium dafür schmeißen, weil wir einfach alle zu rational denken, um so was zu machen.

Frederic: Studium schmeißen ist ja eh relativ, weil wir in dem Fall ein halbes Jahr Pause machen würden und sehen könnten ob es funktioniert und wenn nicht, studieren wir einfach weiter.

SL: Euer neues Album ’’Face Your Fears’’ fühlt sich wie ein wilder Mix aus den Genre Metalcore, Electro, Rock und Nu-Metal an. Spiegelt das auch euren persönlichen Musikgeschmack wieder? Als Haupteinflüsse nennt ihr auf eurer Facebook-Seite Muse, Enter Shikari, Bring Me The Horizon und Crown the Empire.

Alex: Vollkommen. Ich habe diese genrespezifische Angabe festgelegt, aber ich denke, wir sind alle ziemliche 90s-Kids und das ist einfach, was uns größtenteils beeinflusst hat.

Frederic: Für mich persönlich trifft es auch größtenteils zu. Ein paar andere Sachen stechen beim persönlichen Musikgeschmack natürlich noch heraus, ich z.B. höre doch deutlich mehr Drum’n’Bass oder ab und zu ist auch mal Klassik und Jazz ganz schön. Unser Gitarrist Kevin ist deutlich mehr in der House-Schiene als im Core-Genre unterwegs.

SL: Wie habt ihr euch überhaupt kennengelernt? Die Band habt ihr ja immerhin schon 2011 gegründet.

Alex: Wir kannten uns alle schon wesentlich länger, Freddi z.B. kenne ich seit dem Kindergarten und die Band hat sich 2011 formiert, aber davor existierten wir schon in zahlreichen anderen Formen, z.B. als Musikschulband und da haben wir uns in der musikalischen Schiene auch kennengelernt. Kennen tun wir uns aber alle von der Schule und ab 2011 haben wir dann verstärkt an eigenen Songs gearbeitet.

SL: ’’Face Your Fears’’ ist nicht euer erstes Album. Vor 1 ½ Jahren habt ihr euer Debütalbum ’’The Days of Futures Past’’ veröffentlicht. Wieso findet man denn ’’Face Your Fears’’ auf allen Streaming-Plattformen, den Vorgänger hingegen nicht?

Alex: Das liegt erstens daran, dass wir unserer Meinung nach bessere Songs geschrieben haben und die Qualität der Aufnahmen besser geworden ist. Nun sind wir an dem Punkt angekommen, dass wir sagen können, dass wir mit dem jeden Song zufrieden und stolz darauf sind.

Frederic: ’’The Days of Futures Past’’ wird definitiv ein wichtiger Prozess bleiben, in der Biologie würde man das Album jedoch als ,,Missing Link’’ bezeichnen. Das aktuelle Album ist einfach gut und der Vorgänger war ein Experiment.

SL: Was sagt ihr zu der Aussage, dass man 2016 als Band nur noch bekannt werden kann, wenn man in so vielen sozialen Medien wie möglich aktiv ist?

Alex: Da ist teilweise was dran und andererseits bin ich jemand, der fest daran glaubt, dass man einfach Touren und Shows spielen muss. Selbst wenn nicht jede Band – wie auch wir – die Möglichkeit hat, jede Woche fünf Shows zu spielen, sollte man so viele Gigs wie möglich absolvieren. Soziale Medien sind aber ein Stützpunkt. Ich habe selbst oft genug erlebt, das Bands, die sehr bekannt sind, wie z.B. The Word Alive, ein riesiges Publikum im Internet haben, dann aber leere Shows spielen. Wenn über eine Million Facebook-Likes vorhanden sind, ist das also noch lange nicht repräsentativ für die Zuschauerzahlen der Shows.

SL: Zu guter Letzt. Habt ihr euch schon Gedanken gemacht, wie es mit euch musikalisch nach ’’Face Your Fears’’ weitergehen soll?

Frederic: Wahrscheinlich in eine ziemlich ähnliche Richtung. Wir werden eventuell noch ein wenig härter an manchen Stellen, aber im Prinzip haben wir unseren Musikstil gefunden und dem werden wir wahrscheinlich treu bleiben. Was wir im Endeffekt machen werden, weiß aber noch keiner so genau.

Alex: Eine Sache steht auf jeden Fall fest und zwar muss Freddi einen Song schreiben, weil er beim Bier-Pong eine Wette verloren hat. Da könnt ihr euch alle schon drauf freuen!

SL: In welche Richtung wird der Song gehen, hast du schon Ideen?

Frederic: Wahrscheinlich relativ hart oder etwas im Pop-Punk Stil.

SL: Also entweder Deathcore oder Pop-Punk?

Frederic: Um Gottes Willen! Da muss ich mir noch ein paar Gedanken zu machen.

SL: Dann freue ich mich auf den Song und alles weitere! Vielen Dank für das Interview, Jungs!

Alex: Gerne!

Frederic: Hau rein.

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Jonathan Schütz

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