CD-Review: Watch Out Stampede – Tides

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Aus Bremen erwuchs 2011 ein Quintett, welches schon bald weite Kreise schlagen sollte. Melodisch, hart und kurzweilig, so das Motto, welches seit der Gründung zunehmend mehr Fans an sie kettet. Contest-Gewinne, der Vertrag mit Noizgate Records als auch die ekstatischen Shows der fünf haben sie zu deutschen Genregrößen katapultiert. Nachdem 2014 das Debütalbum „Reacher“ veröffentlicht wurde steht 2015 bereits das neue Album ‚Tides’ in den Startlöchern. Die Band steht somit für den konservativen Weg, sich durch unerbittliches Touren und Aufnehmen erfolgreich mehr Fans anzueignen.

11028011_898701703535260_1720171060405429765_nMit dem neuen Release ‚Tides’ versuchen sie, durch eine gesunde Portion Gesellschaftskritik und harten Breakdowns eine politische Message als auch Spaß zu vereinen. Um Andreas zu zitieren: „Worüber soll man auch singen, wenn ringsherum Katastrophen, Seuchen und die Wut unbelehrbarer Menschen über die Welt hereinbrechen wie eine riesige Welle?“ Wir stimmen dir zu.

Was zuerst wie ein leeres Statement klingt, wird jedoch bald als Offenbarung der Richtung von Watch Out Stampede deutlich.

‚Tides’ beginnt mit sanften akustischen Gitarren und Glockenspiel, welche schon fast den Eindruck eines Akustikalbums evozieren könnten – wären da nicht nach wenigen Sekunden eine deftige Portion Double Bass Power und starke Screams des Sängers Andreas. Bei den Jungs gibt es keine langen Pausen oder gar lange Stücke, was den Übergang von ‚50 50’ zu ‚Vultures’ so fließend wie möglich macht. Auf ein Brett folgt das nächste, so die Devise. Während Songs wie ‚Twenty Drinks’ oder ‚No Confidende’ besonders durch ihre Abwechslung zwischen Punk, Post-Hardcore und Pop bestechen bleibt beim Abschluss ‚Misunderstanding’ sogar Raum für stark symphonische Komponenten, welche sich als Grundmotiv durch ‚Tides’ ziehen. Besonders die Produktion des Albums ist sehr gut, was sphärische Streicherteppiche im Gegenzug zu den brachialen Riffs noch deutlicher erscheinen lässt als bei manch anderem.

Die elf Songs halten durchweg ein dynamisches Niveau und liefern eine abwechslungsreiche ‚Welle’ an knallharten Mitsinghymnen.

Eine Unmenge an musikalischer Grundmotivik lässt sich erkennen und macht somit besonders in den Refrains Mithilfe von eingängigen Gesangshooks einen Unterschied zu anderen Bands des Genres. Watch Out Stampede schaffen es, einen Sound zu schaffen, der nicht von durchgängigen Screams überladen ist während die cleanen Parts vom Gitarristen Dennis einen durchweg singbaren Grundcharakter besitzen – Ohrwurm vorprogrammiert! Lediglich Passagen wie ‚Interlude’ wirken wie Lückenfüller, die bei einem sonst konstanten Niveau nicht nötig gewesen wären.

Mit ‚Tides’ gelingt es Watch Out Stampede, wie eine echte Post-Hardcore Größe zu klingen.  Sei es die starke Melodik der Refrains oder der ausbalancierte Bezug zu akustischen und orchestralen Elementen, man weiß beim ersten Hören nie, in welche Richtung ein Song gehen wird. Das Album ist eine mitnehmende, sogar fast zu kurze Reise in die musikalischen Möglichkeiten des Cores. Die starken Kontraste machen das Genre sogar für sanftere Gemüter zugänglich, wobei dennoch kein Stück Härte verloren geht. Jetzt hängt es nur noch an den fünf selbst, den hohen Erwartungen an das Album gerecht zu werden und andere Bands durch ihre Live Performance von den Socken zu hauen!

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Alex Loeb

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