CD-Review: Terrorgruppe – Tiergarten

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Die Berliner Punkrock-Formation Terrorgruppe hat am 15.01.2016 ihr erstes Studioalbum nach der 2014 vorgenommenen Reunion veröffentlicht. Dieses trägt den Titel ’’Tiergarten’’. Die Band hatte sich 2005 getrennt. Ob die Band lieber aufgelöst geblieben wäre, erfahrt ihr in meinem CD-Review.

Der Longplayer startet mit dem Song ’’Blutbürger’’. Punkig und fröhlich geht es da zur Sache. Der 1:45 Minuten lange Song ist kein typisches Intro. Mit einem Gitarrensolo und teilweise schwer verständlichem Gesang versprüht der erste Track gute Laune und besitzt die Struktur eines deutlich längeren Songs, das Ende kommt relativ abrupt.

Die Tracks haben über das gesamte Album hinweg eher lächerliche als ernstzunehmende Texte. Keiner der 14 Songs besitzt eine Überlänge. Dass die Scheibe während zweier Live-Aufnahme Sessions entstanden ist, merkt man daher sehr schnell.

Dennoch haben die fünf Jungs um Frontmann MC Motherfucker wichtige Texte geschrieben. Diese richten sich gegen den Staat und gegen das System, wie in ’’Wie es der Staat mag’’ oder ’’Leider keine Zeit’’.
’’Küsse töten’’ dagegen kritisiert die Homophobie, sowohl im Vatikan als auch in den USA oder Russland.
Der Titeltrack ’’Tiergarten’’ hingegen handelt vom Partyleben und welcher Partyhengst dabei länger durchhält.

Das Album ist teilweise etwas mau produziert, da einzelne Instrumente oft nicht so zur Wirkung kommen wie sie es sollten.
Die meisten Lieder folgen der gewöhnlichen Songstruktur – Strophe-Chorus-Strophe-Chorus-Bridge-Chorus – wirken dabei allerdings oft unausgereift.
Ein großer Lichtblick auf dem Album ist der Gastauftritt von Tarek von K.I.Z alias ’’Skinhead Black’’ beim Song ’’Schmetterling’’.

Im Rahmen der Veröffentlichung von ”Tiergarten” wird die Band einige Konzerte in Deutschland spielen. Live können die Jungs sicherlich überzeugen, zumal sie enorm viel altes Material zur Verfügung haben.

Alles in allem ist das Album ein größtenteils eingängiges Stück Punkrock geworden. Besonderheiten bleiben dabei aus, da die meisten Songs keine tiefgreifenden und ausschweifenden, langen Texte besitzen. Für Fans von MC Motherfucker, Johnny Bottrop, Zip Schlitzer, Kid Katze und Eros Razorblade wird das Album sicher eine große Nummer sein, doch dem angeschlagenen Punkrock wird es nicht zu alter Größe verhelfen und in der großen und weiten Musiklandschaft wenig Spuren hinterlassen.

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Jonathan Schütz

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