Review: Mahlstrom – Mæander

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Mahlstrom veröffentlichen am 6. April ihr Debütalbum “Mæander“ und bewerben sich damit für die Speerspitze des deutschsprachigen Post-Hardcore.

Gegründet hat sich das Quartett bereits 2011 in Ditzingen bei Stuttgart, bis heute leben die Bandmitglieder jedoch in ganz Deutschland verteilt – mit ein Grund, wieso der Erstling der Gruppe erst nach sieben Jahren Bandgeschichte erscheint. Mit der 2013 erschienenen EP “Nach dem Stillstand“ sowie der zwei Jahre später mit Every Stranger Looks Like You veröffentlichten “Split“-EP hatten Mahlstrom bereits auf sich aufmerksam gemacht, mit “Mæander“ stechen sie in der deutschsprachigen Post-Hardcore-Szene heraus. Das liegt einerseits an dem rohen Sound, andererseits an der sperrigen Vermittlung ihrer Werte. Mit Texten wie ,,so wie diese Stadt bricht, bricht unsere Moral“ oder ,,ich atme ein und würge wieder hinaus“ bewirbt sich Frontmann Jakob nicht nur für den nächsten Poetry-Slam-Wettbewerb, sondern macht auch unmissverständlich klar, dass sich zarte Gemüter von der Band fernhalten sollten.

Mahlstrom scheuen sich vermehrt vor Wiederholungen, im drückenden Opener “Hyper-Normal“ bildet das markant nach vorne preschende Gitarrenriff die einzige Konstante. Im vorab veröffentlichten “Dawei“ erinnert die Band mit der tragenden Gitarre im ruhigen Zwischenpart an Fjørt – Songtitel wie “Frustschranke“ oder “Echokammer“ könnten zudem ebenfalls aus der Feder der Aachener Kollegen stammen. Die Essenz aller zehn Songs enthält “Frustschranke“: Nach einem verhaltenen Beginn geht der Track in ein Post-Hardcore-Gewitter mit Slide-Gitarre über, um nach einem langen Aufbau schließlich in sich zusammenzufallen. Das finale “Was zu finden ist“ zeigt Mahlstrom noch einmal von einer ganz anderen Seite: Die Akustikgitarre steht im Vordergrund und ein hörbar gezeichneter Jakob hält einen Monolog, der in purer Verzweiflung endet.

Mahlstrom haben mit ihrem Debüt ihren eigenen Sound in einer Szene gefunden, in der es nur vor Newcomern wimmelt. Fehlende Abwechslung gleicht die Band mit starken Texten und einer Eindringlichkeit aus, die es schier unmöglich macht, von “Mæander“ kalt gelassen zu werden.

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Jonathan Schütz

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