CD-Review: Livin Targets – Setting Sails

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Punkrock ist tot? Dann hört genau hin, denn fünf Jungs haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Gegenteil zu beweisen. 

Livin Targets - das sind Martin, Stefan, Alex, Sebastian und Chris – sind eine 2007 gegründete Punkband aus Dresden. Auf ihrem Debütalbum “Setting Sails”, welches über Incredible Noise Records erschienen ist, wird schnell deutlich, warum Punk immer noch ein wichtiger Bestandteil der Musikszene ist, auch wenn er von vielen ignoriert wird.

Die Geschichte beginnt mit Möwen und Seerauschen, bevor dreckiger Gesang gepaart mit treibenden Instrumentals in “The Fisherman” aus dem Lautsprecher tönt. Schnelle Gitarrenlicks und abwechslungsreiche Schlagzeugrhythmen dominieren das Klangbild der Dresdener, was sich durch das gesamte Album zieht. Bemerkenswert schnell vergeht hierbei das erste Drittel des Albums, wobei dies der Energie der Songs keinen Abbruch tut. Die Stärken der Band gipfeln jedoch in “Little Lives”: Nach einem typisch melodiösen Refrain folgt plötzlich ein extensives Gitarrensolo, unterlegt von krachendem Doubletime, was den Zuhörer gleichermaßen überrumpelt als auch zum Headbangen anregt.

Livin Targets schaffen es, trotz der einfachen Songstrukturen den Hörer aufgrund unerwarteter Wechsel zwischen schnellem Punk und laid-back Feeling, jeden Song individuell wirken zu lassen und das Interesse für den Verlauf des Albums durchweg zu entfachen. So entpuppt sich “Where Am I Going” nach einem balladesken Anfang entgegen aller Erwartungen als der wildeste Song des Gesamtwerks.

Ein Kritikpunkt ist jedoch die Ähnlichkeit der Songs: So laut und wild diese auch sein mögen, desto mehr fehlt es an Varianz im Songwriting. Geschmackssache ist auch der Gesang des Sängers Martin, welcher durchweg rau klingt und dadurch vermeidet, auch sanftere Seiten von sich zu zeigen. Akustische, getragenere Passagen wie im Albumcloser “Setting Sails” übermitteln eine schöne Dynamik, welche in den restlichen Songs wünschenswert gewesen wären. Den eingefleischten Punk Fan dürfte dieses Manko aber nicht weiter stören.

Alles in Allem ist das Album jedoch ein in sich geschlossenes Punkrock Epos, welches alles bietet, was man sich davon erwarten würde. Das Ziel der Band sollte es jetzt sein, mehr Out of The Box zu denken und mit ihren Fähigkeiten ihre Vielseitigkeit, welche bislang wenig zur Geltung kam, vollständig auszuschöpfen!

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Alex Loeb

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