CD-Review: Deaf Havana – All These Countless Nights

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Vier Jahre nach ihrem letzten Album „Old Souls“ bringt die Band Deaf Havana endlich ihr neues Album „All These Countless Nights“ heraus. Wie in den letzten Alben dreht sich dieses ebenfalls um das Leben und die Person des Frontsängers James Veck-Gilodi. Doch beschäftigten sich die letzten beiden Alben der Band darum, wer er in der Vergangenheit einmal war, geht es in „All These Countless Nights“ nun darum, wer er heute ist.

Nach dem im Jahr 2013 erschienenen Album „Old Souls“, welches in die Top 10 der britischen Albumcharts einstieg und der Band zu größeren Auftritten verhalf, gab es hinter den Kulissen einige Konflikte. Durch finanzielle Probleme und fehlender Kommunikation zwischen den Bandmitgliedern stand Deaf Havana zwischenzeitlich kurz vor der Auflösung. „Ich war kurz davor alles hinzuschmeißen“, erklärte Veck-Gilodi, „ich wollte einfach nicht mehr in der Band sein.“ Umso besser solle jetzt der Neustart mit „All These Countless Nights“ werden. Das neue Album ist geprägt von melancholischen Lyrics, welche sich hauptsächlich um die Ängste und Gefühle des Frontmanns drehen.

Der Opener des neuen Albums „Ashes, Ashes“ markiert sowohl den Beginn des neuen Albums als auch den Abschluss mit dem Vorgängeralbum „Old Souls“: der Song dreht sich um Hoffnung und Neuanfang, wodurch er perfekt an die erste Stelle des Albums passt. Wie der Titel des Songs „Ashes“ schon andeutet, beschäftigt sich Veck-Gilodi in diesem Lied mit dem Versuch, alles niederzubrennen und einen kompletten Neuanfang zu wagen: „Maybe I can take control on my own life“. Auf den Opener folgt mit „Trigger“ ein rockiges Stück mit prägnanten Gitarrenparts, welches sich mit den Themen Ehrlichkeit und Vertrauen auseinandersetzt. Er beschreibt die Schwierigkeit, mit sich selbst zufrieden zu sein und mit vergangenen Entscheidungen abzuschließen.

Leider bieten die darauffolgenden Songs dem Hörer nur wenig Abwechslung: der Aufbau der einzelnen Lieder bleibt immer der Gleiche, auch die Melodie verändert sich nur wenig. Man kann den typischen Deaf-Havana-Sound ein wenig zu oft durchhören. Die Songtexte hingegen sind tiefgründig, auch wenn sie sich mit den immer gleichen Themen Neuanfang, Hoffnung, Depression und Alkohol beschäftigen.

Die eigenen Erwartungen der Band an das Album sind hoch, „es muss uns auf ein höheres Level bringen“, sagte Veck-Gilodi. Ob in den Charts oder in der Wertschätzung der Band durch die Fans sei ihnen egal. Ob „All These Countless Nights“ den Vorstellungen der Band wirklich gerecht wird ist fraglich. Zu wenig Abwechslung und zu viel Melancholie könnten den Erfolg des neuen Albums dämpfen.

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Hanna Loben

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