CD-Review: Callejon – Wir sind Angst

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Die fünf Düsseldorfer von Calléjon sind schon seit Jahren eines der Flaggschiffe im deutschsprachigen Metalcore, wobei diese Genre-Verortung bei dem neuesten Longplayer „Wir sind Angst“ nicht ganz zutreffend ist, zumal auch die vorherigen Werke der Band jeweils ganz eigensinnige Interpretationen von Metal(core) sind.

Calléjon      Wir Sind AngstCallejon_WSA_1500px300dpi_CMYK

Erscheinungsjahr: 2015  Genre: Modern Metal

Dieses Album hat ein dreckiges Heavy Metal – Feeling und atmet einen gewissen Old-School-Spirit, der trotz der juvenilen und modernen Perspektive des Quintetts nicht aufgesetzt oder unauthentisch wirkt.

Dazu brettert die Platte mit einem groovigen Hardcore-Vibe, der Hand in Hand mit einer rockigen Hymnenhaftigkeit und Eingängigkeit daher kommt, aus den Boxen.

Die Songs sind kaum auf Mosh und Breakdowns ausgerichtet und konzipiert.

Stattdessen dominieren vielmehr die metallischen Riffs, die raue und zerrissene rote Teppiche für konsequent inszenierte Refrains ausrollen.

Über all dem kotzt Sänger BastiBasti mit wütenden, giftigen Screams und Shouts eine ganze Reihe von angepissten und scharfzüngigen Texten heraus, welche auf eine äußerst bissige Art und Weise Missstände und Fehlentwicklungen in unserer Gesellschaft aufzeigen und schonungslos anprangern.

Wirkungsvolle gesangliche Kontraste dazu werden durch die mal dezent, und dann mal ungeniert poppigen Klargesangs-Passagen aufgebaut.

Die Songs klingen zwar sehr ausgereift und durchdacht, bewahren sich aber dennoch eine jugendlich ungestüme Forschheit.

Die Produktion entspricht den aktuellen Oberklasse-Standards, und die Songs werden mit einem sowohl druckvollen, als auch natürlichen Sound in den Ring geschickt.

„Wir sind Angst“  ist insgesamt fast durchgehend sehr straight, tanzbar und kurzweilig, jedoch auf Albumlänge leider etwas vorhersehbar, da die Songs weitestgehend nach ähnlichen Strukturmustern gestrickt sind.

An dieser Stelle könnte man sich – gerade für ein Album -  noch mehr Facettenreichtum und Experimentierfreude wünschen.

Anspieltipp:

Raketen

Tracklist:

  1. Trauma
  2. Wir sind Angst
  3. 1000 PS
  4. Dunkelherz
  5. Babel
  6. Raketen
  7. Unter Tage
  8. Neonblut
  9. Ich lehne leidenschaftlich ab
  10. Veni Vidi Vici
  11. Krankheit Mensch
  12. Schreien ist Gold
  13. Erst wenn Disneyland brennt

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