CD-Review: Anti-Flag – American Fall

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Ob Anti-Flag mit “American Fall“ einen politischen Umbruch bewirken können, wird sich zeigen. Zu den besten Punk-Rock-Platten des Jahres gehört das Album aber schon jetzt.

Auf das 2015 veröffentlichte “American Spring“ folgt zweieinhalb Jahre später “American Fall“. Während das neunte Studioalbum Anti-Flags noch mit Gastmusikern wie Tim Armstrong und Tom Morello aufwarten konnte, machen die Politpunks auf ihrem zehnten Studioalbum wieder ihr eigenes Ding. Und da hat sich zunächst eine Menge Wut angestaut. Der Album-Opener “American Attraction“ übt scharfe Kritik an der Politik der USA. “The Criminals“ thematisiert hingegen die enorme Ungleichheit der Einkommens- und Vermögensverhältnisse in der US-Bevölkerung. Anti-Flag setzen sich auch nach 24 Jahren Bandgeschichte für Benachteiligte ein. Das muss ihnen erstmal jemand nachmachen.

“American Fall“ ist jedoch nicht nur wütender Punk-Rock. “When The Wall Falls“ ist zur Hälfte dem Ska zuzuordnen und “Liar“ hüpft wie ein Kleinkind, das zu viel Cola getrunken hat, umher. “Digital Blackout“ und “Racists“ machen da weiter, wo die ersten beiden Songs aufgehört haben. Während “Digital Blackout“ mit seinen schnellen Riffs und den aggressiven Zwischenrufen einen wütenden Grundtenor besitzt, drückt “Racists“ seine Wut durch die Lyrics aus. Thema des Songs sind die Gewalttaten in Charlottesville/Virginia, die durch Rechte verursacht wurden. Trotz des revolutionären Albumtitels ist “American Fall“ keine Punk-Operette voller Wut und Hass. Vielmehr machen Anti-Flag auf die Probleme ihres Landes aufmerksam. Bleibt zu hoffen, dass viele US-Bürger das Album hören werden. Die Revolution ist tot. Es lebe die Revolution!

Anti-Flag schaffen es in nur 31 Minuten alle Eigenschaften einer perfekten Punk-Rock-Platte zusammenzufassen. Das Quartett hat auf “American Fall“ Punk-Hymnen, Revolutionsanstifter und Kritik äußernde Songs versammelt. Mehr Punk geht nicht.

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Jonathan Schütz

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