CD Review: Another Timelapse – Face Your Fears

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Du bist auf der Suche nach einer neuen, innovativen und unbekannten Band, bei denen einzig und allein die Leidenschaft der Grund dafür ist, dass sie Musik macht? Dann könnten Another Timelapse aus Mainz das perfekte Produkt für dich sein!

Another Timelapse kommen – wie oben schon erwähnt – aus dem Mainzer Umkreis und haben sich 2011 als Schülerband gegründet. Die vier Bandmitglieder befinden sich mittlerweile im Studentenalter und veröffentlichen am 11.09. mit ’’Face Your Fears’’ ihr zweites Album, den Nachfolger von ’’The Days of Futures Past’’. Ihre Musik beschreiben sie selbst als ,,ElectronicallydrivenPost-HardcorePunkMetalParty’’. Klingt nicht nur wild, ist es auch. Bislang können ATL auf Siege bei den Contests Rock’n’Pop Youngsters 2014 und Music Power 2015 zurückblicken. Doch nun zu ihrem neuesten Werk.

Der erste Song des Albums heißt schlicht ’’Prologue’’ und ist – Überraschung – ein klassisches Intro. Im Gegensatz zum schlichten Songtitel fahren Another Timelapse hier jedoch bereits mehr Genrekanonen auf als manche weltbekannte Band innerhalb eines ganzen Albums. Zunächst begrüßt uns eine Kinderstimme zu diesem ,,new chapter’’, ehe der erste Techno-Beat einsetzt, um anschließend von ,,face your fears!’’-Chören verdrängt zu werden.
Mit ’’Face Your Fears’’, ’’Sweaty Palms’’ und dem äußerst brutalen ’’The Preacher’s Anthem’’ bietet die Platte ein Eröffnungstrio, wie man es selten zuvor erlebt hat. Techno- und Electro-Beats treffen auf Breakdowns der Metal-Schule, sehr eingängige Refrains mit hohem Ohrwurm-Potential und eine sehr angenehme Gesangsstimme von Frontmann Alexander Loeb. Dabei kennt die Kreativität von Another Timelapse keine Grenzen. Glockenspiel wird auf Bassspuren gelegt, Breakdowns werden von verrückten discoartigen Beats unterbrochen und das Tempo wird teilweise schneller gewechselt als die Reifen eines Formel 1 Autos.

Nach der Cello-Interlude ’’Burning’’ erwartet uns mit ’’How To Escape’’ ein Mix aus Rap, Metal und Synthie-Elementen. Der Rapper Sam Haines steuert hierbei einen äußerst gelungenen Rap-Part bei, wie man ihn sonst nur bei Hacktivist findet. Chapeau!
Mit ’’Django Encaged’’ folgt die erste epochale Nummer des Albums. Der fast sieben Minuten lange Song beginnt eher verhalten, ehe er in der zweiten Hälfte zum absoluten Pit-Zerstörer mutiert und sogar ein paar Growls zu entnehmen sind. Die Textzeile ,,if I could break these chains I’m stuck with, would you still be there waiting for me’’ heftet sich dabei wie ein roter Faden an das Gehör des Zuhörers, die auch nach dem Hören der Platte weiter im Kopf verankert bleibt.

Doch es gibt auch ruhigere Momente auf ’’Face Your Fears’’, wie in der Pop-Metal-Ballade ’’The Rescue’’. Nach dem eher schwächeren und sehr kurz geratenen ’’Bridges’’ folgt mit ’’Covered In Holes’’ der zweite lange Track der Platte. Hier kann mich der Pre-Chorus leider nicht so ganz überzeugen, der Rest vom Song ist dagegen auf dem hohen Niveau des gesamten Albums. ’’Placebo Affection’’ nimmt als sehr gelungene Akustik-Ballade noch einmal etwas Luft aus dem hohen Tempo des Gesamtwerks, ehe das zunächst ruhigere ’’Redemption’’ am Ende noch einmal ordentlich den Vorschlaghammer auspackt und das Album wild, laut und hart ausklingen lässt.

Wüsste man nicht, dass man bei Another Timelapse an eine lokale Band geraten ist, die keinen Plattenvertrag besitzt und das gesamte Album selbst produziert hat, so könnte man leicht denken, man hätte es mit einer internationalen Rock-/Metal-Gruppe zu tun. ’’Face Your Fears’’ mag vielleicht nicht sehr teuer produziert sein und an der ein oder anderen Stelle klingen die Screams etwas unausgereift, doch das sind für mich die einzigen Kritikpunkte an diesem Album. Selten klang eine lokale Band mit unregelmäßigen Bühnenauftritten so innovativ, so leidenschaftlich und so gut. ’’Face Your Fears’’ ist ein sehr gutes Album und man kann den Jungs von Another Timelapse nur wünschen, dass sie mit ihrer Musik ein breites Publikum finden und über die lokale Bekanntheit hinauswachsen!

Another Timelapse spielen am Sonntag, dem 11.09. im Rahmen von Kings of Core ein Konzert in Mainz im Caveau, um den Release ihres Albums zu feiern. Alle Infos gibt es hier!

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Jonathan Schütz

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